Wolfgang Wagmann

Rotweisse Bauabschrankungen und eine seit Wochen herumstehende Schuttmulde mit deponiertem Bagger vermitteln den Eindruck, dass sich im Kreuzacker bald etwas tut.

Doch beides deutet nur auf die geplante Erneuerung einer Stromleitung durch die AEK hin, wie Benedikt Affolter, Chef Tiefbau, bestätigt. «Die Platzsanierung war letztes Jahr vorgesehen, wurde dann jedoch um ein Jahr hinausgeschoben.»

Der Gründe dafür gab es mehrere: Bis zur Eröffnung des Bahnhofplatzes im letzten November hatten die Trottoirs beidseitig als provisorische Parkplätze gedient. «Und dann hatte für uns die unterirdische Velostation in der Bahnhofunterführung Priorität.»

Abgesehen davon könne man im Frühling noch keine Belagsarbeiten ausführen. «Und jetzt plant der Ruderclub Solothurn am zweiten Juni-Wochenende dort sein grosses 100-Jahr-Jubiläumsfest. Und danach sind im Gewerbeschulhaus Lehrabschlussprüfungen, die kein Baulärm beeinträchtigen darf.»

Während der Sommerferien wäre wohl eine Baustelle im Kreuzacker wohl auch nicht opportun, weshalb man sich für die Sanierung in den Herbstferien entschieden habe.

Diskussion hinter den Kulissen

Schon vor knapp zwei Jahren, im Juni 2008, war von einer «vierwöchigen Baupause» die Rede gewesen. Begründung: das eidgenössische Jugendmusikfest auf dem Platz und – die Lehrabschlussprüfungen. Doch wurde damals versichert, die Sanierung des Brunnens und die Gärtnerarbeiten würden Anfang Juli wieder aufgenommen.

23 Monate später ist der Brunnensockel noch immer leer. Benedikt Affolter räumte allerdings schon damals eine «Denkpause» betreffend Platzgestaltung ein.

Jetzt will man nach einer «ellenlangen Diskussion» mit Fachleuten auch von der kantonalen Denkmalpflege die diagonal verlaufende Strasse einfach mit einem neuen Deckbelag versehen, den Granitplatten-Raster beidseits der Strasse beibehalten und diesen nur durch neue Platten ersetzen. Am Geld fehle es nicht, erklärt Affolter, «die Kredite sind vorhanden».

Denkmalpfleger Stefan Blank wiederum verweist in dieser Sache auf seinen Vorgänger Samuel Rutishauser, er habe sich dazu nie offiziell geäussert. Persönlich findet Blank den Platz «eigentlich gut so und durchaus erhaltenswert». Eine Neugestaltung würde er aber – ebenso persönlich – «nicht ausschliessen».

Auch kein Kinderspielplatz

Vor einem Jahr hatte die Gemeinderatskommission GRK auch entschieden, grundsätzlich keine «Lisi»- oder andere Bar auf der Kreuzacker-Ostseite zuzulassen. Ein Wiedererwägungsgesuch – immerhin hatten sich zwei Betreiber für den Platz interessiert – wurde ebenfalls abgelehnt.

Begründung damals: Man wolle den Platzteil als Kinderspiel- und Bouleplatz nutzen. Auf die immer noch fehlenden Kinderspielgeräte angesprochen, hat Stadtschreiber Hansjörg Boll herausgefunden, dass die Baukommission am 25. August einen Grundsatzentscheid gefällt habe.

Und zwar gestützt auf eine 2009 durchgeführte «partizipative Stadtplanung für die gesamte Vorstadt» zusammen mit dem Verein Pro Vorstadt. Folgenschwere Konsequenz der Planung: Auf der Ostseite sei kein Spielplatz einzurichten, sondern dereinst im Kreuzackerpark West ...