von Corinne Rufli

«Für den Axel musste ich lange üben», sagt Alexander Paice verschmitzt. Der 8-jährige Eiskunstläufer zeigt Sprünge, Pirouetten, die Waage und versucht einen Doppel-Salchow. Während die anderen Kinder um ihn herum Bauchlandungen üben oder das Steissbein herausfordern, gleitet Alex mit einer ruhigen Leichtigkeit über das Eis und zeigt sein Können.

«Mit zwei Jahren habe ich mit dem Schlittschuhlaufen angefangen», erzählt der Junge, als er im Tägi-Restaurant mit einem Eistee den Durst stillt. Seine Mutter korrigiert ihn: «Mit drei Jahren hast du begonnen.» Es überrascht einen nicht, dass Alex vom Laufgitter direkt aufs Eisfeld gewechselt hat und seither seine Freizeit am liebsten dort verbringt: Seine Mutter Jana Paice, die aus der Slowakei stammt, betrieb dort Eiskunstlauf als Leistungssport. Seit zwölf Jahren ist sie Trainerin beim Eislaufclub Wettingen (ECW). Alex selber trainiert auch bei ihr. Seine ältere Schwester läuft bei den Schweizer Meisterschaften im Nachwuchs. Mit ihr übe er manchmal auch, sagt der 2.-Klässler. Sein älterer Bruder spielt Hockey. «Also Hockey spielen kann ich nicht, und will ich auch nicht lernen», sagt Alex überzeugt. Der Weg aufs Eis war für Alex geebnet. Er habe unbedingt Schlittschuh laufen lernen wollen, sagt er. Aber er turne und schwimme auch gerne. Die Wintersonntage verbringen die Paices gemeinsam im Tägi. «Es ist lässig, mit der ganzen Familie etwas zu unternehmen», sagt der Junior.

Der talentierte junge Mann hat schon an einigen Kürwettkämpfen mitgemacht. Am 24. Januar findet ein überregionaler Wettkampf für Kinder im Tägi statt. Alex ist der einzige Bub, der teilnimmt. Hingegen haben sich 100 Mädchen angemeldet. Alex sagt aber, dass es ihm nichts ausmache. Trotzdem: «Ich wäre schon froh, wenn es mehr Buben hätte.» Dumme Reaktionen gab es aber noch nie. Dafür gewisse Vorteile: «Ich habe schon einen Wettkampf gewonnen», sagt Alex stolz. «Ich war aber der einzige Bub. Und einmal bin ich gegen drei Buben angetreten, da wurde ich Letzter.» Am kommenden Wettkampf im Tägi wird er in einer Kategorie mit den Mädchen bewertet.

«Meine Kür ist zu Musik aus dem ‹Ratatouille›-Film», erklärt Alex, der immer gesprächiger wird. Er habe sie bereits ein paarmal fehlerlos laufen können. Wird er denn wütend, wenn ihm etwas nicht gelingt? «Ja, aber nur, wenn die Mädchen ihm im Weg stehen.»
Übung macht den Meister, das gilt auch für Alex. «Ich habe fünfmal in der Woche Training. Ich freue mich immer darauf», sagt der kleine Eiskunstläufer. «Den Salchow kann ich schon fast», beteuert er. «Von den Pirouetten wird mir manchmal schwindlig.» Am Schluss verrät er, wer sein Vorbild ist: Stéphane Lambiel. «Ich will den Doppel-Axel einmal so gut können wie er.»