Daniel von Känel

«Alle, die glauben, richtig bremsen zu können, dürfen mir das jetzt zeigen», sagte René Lauper vom Verein «New mobility safety projects». Er leitete den Micro Scooter Kids Day an der Schule Eiken. Micro Scooters und Kickboards werden von den Schülerinnen und Schülern immer mehr für den Schulweg benutzt - umso wichtiger, dass sie auch lernen, damit umzugehen.

Der freie Fuss zuerst

Von den weit über 20 Kindern der ersten Gruppe gab es keines, das den Bremsbügelstopp wirklich korrekt beherrschte. «Ihr müsst das Gewicht weiter nach hinten verlagern, damit die Bremswirkung stärker wird», erklärte Lauper und liess es die Kinder auf dem Schulhof gleich ausprobieren. Beim Fussstopp das gleiche Bild: Die meisten schliffen den Fuss dem Boden entlang, sodass wohl bald neue Turnschuhe fällig werden. Von Lauper lernten sie, dass zuerst der freie Fuss auf den Boden gehört, um danach vom Trottinett abzusteigen und bis zum Stillstand nebenherzurennen.

Doch bevor die Kinder überhaupt auf den fahrbaren Untersatz stiegen, mussten alle einen Helm und Schoner anziehen. Zudem gab es ein gemeinsames Aufwärmen und ein Sturztraining. «Der Lenker muss etwa auf Brusthöhe sein», sagte ein Schüler überzeugt - um von Lauper umgehend korrigiert zu werden. Auf Hüfthöhe wäre richtig. «Dann kann ich aber nicht fahren», sagte eine Schülerin. Sie habe sich an eine höhere Einstellung gewöhnt. Sie versuchte es trotzdem mit der empfohlenen Höhe - und beherrschte das Erlernte und ihr Kickboard danach ohne Probleme.

Die Projektgruppe Schule und Verkehr ist verantwortlich dafür, dass der Kids Day in Eiken stattfand. Der Gruppe gehören neben Schulpflegerin Regina Stieger auch die Lehrerinnen Anita Meng und Valerie Schüpbach sowie die Kindergärtnerin Renate Wunderl an. «Die Kinder haben in Eiken teilweise eher längere Schulwege, mit dem Kickboard geht es schneller und zudem ist es ein Trend», sagt Regina Stieger. Die Projektgruppe habe bisher eine Elternbefragung gemacht, aus der ein Plan mit den sichersten Schulwegen entstehen soll, einen Brief an die Eltern zum Thema «Mami-Taxi» verfasst und einen Lotsendienst eingeführt. Dieser habe öfter festgestellt, dass der Umgang mit den Micro Scooters und Kickboards oft nicht korrekt sei. So habe man als weitere Aktivität diesen Kids Day organisiert, bei dem in Gruppen die ganze Schule praxisnah ausgebildet wurde.

Nicht auf die Hauptstrasse

Zum Abschluss gab es noch eine Portion Theorie: Lauper erklärte, wo man mit diesen trendigen Fortbewegungsmitteln überhaupt fahren darf. Auf Verkehrsflächen, die für Fussgänger bestimmt sind, auf Radwegen, auf der Fahrbahn in Tempo-30-Zonen und von Nebenstrassen - aber nur, wenn dort Trottoir, Fuss- oder Radweg fehlen und es wenig Verkehr hat.