Peter Belart

Die Lage ist bevorzugt. Absolut ruhig, eine faszinierende Auenlandschaft im Mündungsgebiet von Aare und Reuss, sehr sonnig, praktisch verkehrsfrei. Kritisch könnte es höchstens bei extremem Hochwasser werden. Doch auch für solche Fälle hat das Projekt vorgesorgt. Vereinfacht gesagt: In ein Kiesbett werden drei grosse «Wannen» aus Beton gelegt. Darin ist Raum für die Tiefgaragen vorgesehen. Auch die Treppenhäuser und der Liftschacht werden in Beton ausgeführt, nicht zuletzt aus Brandschutz-Gründen. Eine Pfählung oder andere umfangreiche Tiefbau-Massnahmen sind nicht vorgesehen.

Die Wannen können also als «Inseln» in ihrer Umgebung betrachtet werden. Sollte der Grundwasser-Pegel einmal weit überdurchschnittlich ansteigen, ermöglicht der Spezialbeton einen gewissen Ausgleich; schlimmstenfalls könnten sogar die Tiefgaragen (mit dem sauberen Wasser) geflutet werden. Die «Inseln» selbst hingegen würden nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Alle weiteren als die erwähnten Bauelemente werden aber vollständig in Holzelementbauweise ausgeführt, ein sonst wenig anzutreffendes Verfahren bei Mehrfamilienhäusern. So entstehen pro «Insel» je zwei Wohneinheiten, insgesamt also 6 Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 63 grosszügig konzipierten Wohnungen. Nebst den üblichen Geschosswohnungen sind auch dreistöckige Maisonnette-Wohnungen im Angebot. Auf Wunsch werden die Wohnungen im Minergie-Standard erstellt und entsprechend zertifiziert.

Weiterer Schub für Windisch

Das Bauprojekt – es trägt den Namen «3Auen» – ist nicht nur in architektonischer und planerischer Hinsicht bemerkenswert; es entspricht in seinem Konzept eines gehobeneren Wohnangebots auch den Interessen der Gemeinde Windisch. In diesem Sinne äusserte sich Gemeindeammann Hanspeter Scheiwiler anlässlich des Spatenstichs. Darüber hinaus wies er die Anwesenden eindringlich auf die Verkehrsbeschränkung im betroffenen Quartier hin: «Hier ist die Regionalpolizei zuständig; ich kann da nichts machen.»

Als Bauherr tritt die GRT Verwaltungs AG Riehen auf, als Totalunternehmer die Virtuellbau Holding AG St. Gallen. Deren CEO Ralph Werder erklärte, bei der Bauvergabe würden in erster Linie örtliche Firmen berücksichtigt.

Mit dem gestrigen Spatenstich werden die Bauarbeiten nun nach einer recht langen Planungs- und Vorbereitungsphase energisch vorangetrieben, und zwar en bloc und nicht etappenweise. Damit kann die Belästigung der Nachbarschaft auf ein Minimum reduziert werden. Die Wohnungen sind per September 2011 bezugsbereit. Sie können ab sofort reserviert werden. Näheres unter www.hiag.com.