Regionalbibliothek Affoltern

Auch Ämtler Bibliotheken setzen nicht nur auf Papier

Ursula Grob, Leiterin der Regionalbibliothek Affoltern. (Bild Werner Schneiter)

Ursula Grob

Ursula Grob, Leiterin der Regionalbibliothek Affoltern. (Bild Werner Schneiter)

Im Bezirk Affoltern stagnieren die Ausleihen bei den Bibliotheken auf hohem Niveau. Insbesondere im elektronischen Bereich warten aber neue Aufgaben. Und mit einer Werbekampagne stellen Schul- und Gemeindebibliotheken ihre vielfältigen Dienstleistungen vor. Auch im Säuliamt.

Von Werner Schneiter

In der Regionalbibliothek Affoltern, in den Schul- und Gemeindebibliotheken des Bezirks waren Ende 2009 gesamthaft 126 982 Medien vorhanden. 545 451-mal wurden Bücher und anderes ausgeliehen und über 9800 aktive Benutzer registriert – eindrückliche Zahlen, die sich aber im Vergleich zu den Vorjahren nicht wesentlich verändert haben. «Wir stagnieren auf hohem Niveau», sagt Ursula Grob, Leiterin der Regionalbibliothek Affoltern. Ein Grund: Schülerinnen und Schüler suchen heute weniger in der Bibliothek nach Material für ihre Vorträge, sondern benützen für ihre Recherchen das Internet. Gerade im elektronischen Bereich warten aber neue Aufgaben auf die Bibliotheken. «Wir müssen uns den Veränderungen anpassen», sagt Ursula Grob. Sie will beispielsweise die Kundenberatung auf das Internet ausweiten und dort das gezielte Recherchieren zeigen. Wie wichtig das ist, zeigt sich an den beiden in der Regionalbibliothek zur Verfügung stehenden Internetstationen: Sie sind stets belegt.
Ursula Grob findet diesen elektronischen Zugang in Bibliotheken sehr wichtig, weil er nicht in jedem Haushalt möglich ist. «Wir haben ja den Auftrag, allen Wissen und Bildung zugänglich zu machen – allen Kulturen und in allen Sprachen.» Letzteres wurde in einem ersten Schritt eingeleitet. Es sind, neben Büchern in Englisch, Italienisch und Französisch, Bilderbücher in diversen weiteren Sprachen vorhanden (albanisch, kroatisch, türkisch). Sich für die Zukunft rüsten heisst aber auch: mehr Platz schaffen. «Der fehlende Raum ist in der Regionalbibliothek seit Jahren ein Problem. Dort stehen insgesamt 420 Quadratmeter zur Verfügung. Nach den schweizerischen Richtlinien, wäre laut Ursula Grob das Doppelte nötig.


Elektronischer Zugang zum Medienbestand in acht Gemeinden
Auf den Medienbestand von 84 der 179 Gemeindebibliotheken im Kanton Zürich ist der Zugriff über www.bibliotheken-zh.ch möglich, im Bezirk Affoltern von Affoltern, Bonstetten, Hedingen, Mettmenstetten, Obfelden, Ottenbach, Stallikon und Wettswil. Übers Internet öffnet sich die Bibliothek auch bei allen zu Hause: für die Katalogabfrage und für Reservationen. Zudem ist in einigen Bibliotheken der Zugriff auf das eigene Benutzerkonto und die Verlängerung ausgeliehener Medien möglich.
Die digitale Bibliothek (DIVIBIB) gehört im Kanton Zürich noch zur Zukunft. In der digitalen Bibliothek bewegt sich der Kunde in der virtuellen Welt: Medien können zu Hause in digitaler Form ausgeliehen werden. Nach Ablauf der Ausleihzeit, werden diese automatisch auf dem Datenträger gelöscht. Die Regionalbibliothek Affoltern arbeitet zurzeit an einem Projekt für die Gemeindebibliotheken im Kanton Zürich mit.


Starke Vernetzung im Bezirk
Im Bezirk Affoltern besteht mehr als nur die Hoffnung, dass die künftigen Herausforderungen gemeistert werden können. Nicht nur, weil in allen Ämtler Schul- und Gemeindebibliotheken sowie in der Regionalbibliothek ausgebildete Bibliothekarinnen tätig sind, die professionelle Dienste verrichten. Zu den Erfolgsrezepten gehört auch die enge Zusammenarbeit – etwa bei gemeinsamen Aktionen – und die Vernetzung unter den Bibliotheken im Säuliamt. Dafür wurden die Bibliotheken 2006 mit dem Zürcher Bibliothekspreis ausgezeichnet. Die Bezirkskommission lanciert neben gemeinsamen Aktionen auch Weiterbildung für Mitarbeiterinnen.

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