Au-Pair-Mädchen wurde am Tag der Vermisstmeldung getötet

Bild erinnert an tote Lucie

Bild erinnert an tote Lucie

Das 16-jährige Au-Pair-Mädchen Lucie ist bereits am Mittwoch letzter Woche getötet worden. Der geständige 25-jährige Schweizer schlug sie und verletzte sie mit einem Messer tödlich. Er hatte das Opfer zufällig gleichentags in Zürich getroffen.

Der mutmassliche Täter wirke bei allen Befragungen "ruhig, beherrscht" und er verhalte sich "kooperativ", sagte Urs Winzenried, der Chef der Aargauer Kriminalpolizei, an einer Medienkonferenz in Aarau. Er zeige sich bisher jedoch nicht reuig.

Nach bisherigen Ermittlungen hatte er Lucie am Mittwoch letzter Woche in Zürich beim Hauptbahnhof "absolut zufällig" kennengelernt. Das junge Mädchen sei ihm aufgrund der zierlichen Statur aufgefallen, sagte Winzenried.

Er habe Lucie angesprochen und ihr angeboten, sie könne Geld verdienen mit Modellaufnahmen für eine Schmuckpräsentation. Bereits in den Tagen vor der Tat hatte er rund 30 Mädchen in gleicher Sache angesprochen. Fünf bis maximal zehn Mädchen waren auch in der Wohnung in Rieden gewesen.

Während dieser Zeit war das Mädchen "absolut ruhig und vertrauensvoll" gewesen, wie Winzenried festhielt. Es habe keine Angebote abgelehnt. Der Täter habe Alkohol konsumiert, während das Mädchen ein Sirup getrunken habe.

Im Täter sei dann die Phantasie aufgekommen, dass sein Leben wegen seiner auswegslosen persönlichen Situation wieder in Gefangenschaft verbringen wolle. Darauf habe sich in ihm der Entschluss entwickelt, das Mädchen zu töten. Der Täter hatte sich am Montag in Zürich der Stadtpolizei gestellt.

Die Vollzugsbehörden und die Bewährungshilfe hätten beim Massnahmevollzug des geständigen Täters "rechtlich korrekt und zweckmässig" gehandelt. Dies sagte der zuständige Aargauer Regierungsrat Kurt Wernli vor den Medien.

Der geständige Täter hat seit seiner Entlassung aus dem Massnahmenvollzug im August 2008 insgesamt 99 Kontakte mit der Aargauer Bewährungshilfe gehabt. Anzeichen von Gewaltbereitschaft seien keine zu erkennen gewesen, hiess es.

Die Aargauer Kantonspolizei sucht derweil weitere Mädchen und Frauen, die vom geständigen Täter ebenfalls für Fotoaufnahmen angesprochen und von ihm nach Hause eingeladen worden waren. Die Kantonspolizei veröffentlichte daher eine aktuelle Aufnahme des mutmasslichen Täters.

Eine Trauerfeier für die aus Bulle FR stammende Lucie findet am Montagnachmittag in Freiburg statt.

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