Ein Erdstoss der Stärke 7,6 vor der indischen Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren im Indischen Ozean hatte zunächst Befürchtungen aufkommen lassen, dass sich an den Küsten Indiens, Burmas, Indonesiens, Thailands und Bangladeschs ein Tsunami entwickeln könnte. Die Warnung wurde jedoch einige Stunden später wieder aufgehoben.

Der Erdstoss habe sich rund 260 Kilometer nördlich der Hauptstadt Port Blair ereignet, teilte die US-Erdbebenwarte mit. Das Epizentrum lag rund 30 Kilometer unter der Erdoberfläche. Die Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren gehört zu Indien.

Erdstösse der Stärke 7,6 werden von der US-Erdbebenwarte als grösseres Beben eingestuft und können schwere Schäden anrichten. 2004 hatte ein massives Beben im Indischen Ozean einen Tsunami ausgelöst, der rund 228'000 Menschen das Leben kostete, die meisten davon in der indonesischen Provinz Aceh an der nördlichen Spitze der Insel Sumatra.

Etwa zur gleichen Zeit wie in Indien erschütterte ein Beben der Stärke 6,4 Zentral-Japan, ohne jedoch grössere Schäden anzurichten. Zwar wurde an der Küste der Zentralprovinz Shizuoka erhöhter Wellengang beobachtet. Doch auch hier wurde eine zunächst ausgegebene Warnung vor einem Tsunami später wieder aufgehoben.

Mehr als 20 Menschen in Japan erlitten laut Medien Verletzungen, allerdings nur leichte. Einzelne Wasserrohre barsten, stellenweise gingen Erdrutsche nieder. Die Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete von insgesamt drei Bränden in der Provinz, ohne weitere Details zu nennen.

Im Atomkraftwerk Hamaoka schalteten sich zwei Reaktoren automatisch ab, der Betrieb des Shinkansen-Schnellzugs wurde vorübergehend eingestellt.

Nach Angaben der nationalen Meteorologischen Behörde lag das Zentrum des Bebens in rund 20 Kilometer Tiefe unter dem Meeresboden. Die Behörden warnten angesichts vom Regen aufgeweichter Böden vor Erdrutschen und Überschwemmungen.

Die Erdstösse waren bis in das 170 Kilometer entfernte Tokio zu spüren. Bereits am Sonntag war der Osten Japans von einem Erdbeben heimgesucht worden. 20 Prozent der schwersten Beben weltweit treffen das ostasiatische Land.