Bedrohte Tiere

Artenschutzkonferenz lehnt Eisbären-Schutz ab

Kein umfassender Schutz für den Eisbären

Kein umfassender Schutz für den Eisbären

Der Eisbär hat es nicht leicht. Nicht nur der Klimawandel, sondern auch Grosswildjäger und Pelzhändler werden dem pelzigen Polarbewohner in den nächsten Jahren weiter zusetzen.

Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES lehnten es bei einer Konferenz in Katar ab, den internationalen Handel mit Eisbären, Fellen und anderen Jagdtrophäen zu verbieten. Der Antrag, den die USA gestellt hatten, scheiterte vor allem am Widerstand der Europäer.

Die EU-Staaten stimmten geschlossen gegen den Antrag. Ihre Ablehnung begründeten sie damit, dass der Eisbär schon jetzt genug geschützt sei, weil der Handel nur mit Einschränkungen erlaubt ist.

Ausserdem sei es zwar richtig, dass der Lebensraum der grossen Bären schrumpft. "Das Eis schmilzt aber nicht so schnell, als dass dies die Eisbärenpopulation gefährdet", hiess es aus der EU-Delegation.

Die Tierschützer, die sich für den Antrag ausgesprochen hatten, sehen das ganz anders. Sie sprachen von einem "schwarzen Tag für den Eisbären". Daniela Freyer von der Organisation Pro Wildlife sagte: "Die Eisbären sind durch den Klimawandel akut gefährdet. Jedes zusätzlich abgeschossene Tier bedeutet einen unverantwortlichen Blutzoll."

Der Internationale Tierschutzfonds IFAW erklärte: "Die Vertragsstaaten hatten die Gelegenheit, etwas zu tun, um im kommenden Jahrzehnt mehr als 3000 Eisbären vor dem kommerziellen Handel zu bewahren, doch sie haben ihnen den Rücken zugekehrt. In den nächsten Jahren wird man mit grosser Scham an diesen Tag zurückdenken."

Weltweit gibt es etwa 25'000 Eisbären. In den USA ist die Jagd auf den Polarbären (Ursus maritimus) generell verboten. In Grönland und Kanada ist die Eisbärjagd in einigen Regionen erlaubt.

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