Arlesheim

Arlesheimer Asylzentrum löst Ängste aus

Asyl Durchgangsheim im IndustriequartierKenneth Nars

Asylheim

Asyl Durchgangsheim im IndustriequartierKenneth Nars

Der Arlesheimer Gemeinderat und Vertreter des Kantons informierten die Anwohner im Tal über das geplante Durchgangszentrum für Asylbewerber. Neben viel Bedenken wurde auch Verständnis geäussert.

Tobias Gfeller

Gemeindepräsident Karl-Heinz Zeller wusste schon im Voraus, dass dieser Abend eine erste Kostprobe des Widerstandes aus der Arlesheimer Bevölkerung sein wird.

Nach der Bekanntgabe des Arlesheimer Vorstosses zum Durchgangszentrum für Asylbewerber schlug die Idee in den Medien hohe Wellen. Um falschen Gerüchten und Spekulationen vorzubeugen, luden die Behörden die direkten Anwohner kurzfristig zu einem Informationsabend in der «Alten Mühle» im Schappe-Quartier ein.

Während einer Stunde legten neben Präsident Zeller seine Gemeinderatskollegen Ruedi Brandenberger und Daniela Meury, Ursula Laager-Hänggi von der Arlesheimer Sozialhilfebehörde und die kantonalen Vertreter Rudolf Schaffner und Rolf Rossi alle Fakten zum geplanten Durchgangszentrum vor.

Allen voran der Vorsteher des kantonalen Sozialamtes Schaffner konnte mit seiner jahrelangen Erfahrung im Asylwesen überzeugen. «Das Durchgangszentrum wird für eine technische Grösse von 120 Asylbewerbern gebaut. Doch in der Praxis werden maximal 100 Menschen darin wohnen.»

Angerechnet werden Arlesheim 120 Asylsuchende. «Ein Vorteil», versichert auch Gemeindepräsident Zeller. «So wird Arlesheim bei eventuellen zukünftigen Quotenerhöhungen für beheimatete Asylsuchende lange nicht betroffen sein.» Rudolf Schaffner war sich von Laufen und Ramlinsburg gewohnt, dass das Thema Asylbewerber in der Bevölkerung Unbehagen und Ängste auslöst. «Ich versichere Ihnen, nicht jeder Asylbewerber ist kriminell. Doch genau so kann ich Ihnen sagen, dass nicht jeder von ihnen ein Engel ist», sagte er in Arlesheim.

Trotz der vielen Argumente, die die Verantwortlichen in die Runde warfen, war die Skepsis der anwesenden Anwohnerinnen und Anwohner spürbar: «Dass Herr Schaffner dieses Projekt unterstützt, ist verständlich, dass sich aber die Gemeinde vor den Karren spannen lässt, ist mir ein Rätsel», bekundete ein junger Herr sein Misstrauen. Auch schien den Anwesenden unklar, wie der Tagesablauf der Bewohner aussehen wird.

Die Antwort, dass im Durchgangszentrum ein militärähnlicher Betrieb sein werde, reichte dem Publikum nicht aus. Doch neben den Ängsten vor steigender Kriminalität und der Befürchtung, das Gebiet im Tal werde abgewertet, waren auch positive Töne zu vernehmen. Dass die Situation um Asylbewerber mehr Struktur erhält, weckt Hoffnung.

Den Verantwortlichen ist klar, dass der Weg bis zur entscheidenden Gemeindeversammlung noch lang ist. «In den nächsten Wochen werden wir einen Informationsabend durchführen, an dem alle Arlesheimer eingeladen sind. Zudem werden Details wie die Betreuungssituation im Zentrum weiter ausgearbeitet», verspricht Gemeindepräsident Zeller.

Dass beim ersten Zusammentreffen mit den Anwohnern nach Bekanntwerden der Arlesheimer Pläne mehr negative als positive Stimmen zu hören sind, war anzunehmen. Unter den knapp 35 Gästen waren mehr, bei denen das Zentrum auf Unbehagen stösst. Jene, die damit weniger Probleme haben, blieben mehrheitlich Zuhause.

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