Attila Szenogrady

«Man muss zuschlagen, um nicht als Weichei zu gelten», erklärte der heute 24-jährige Aargauer kürzlich einem Gerichtsgutachter. Keine leeren Worte. So hatte sich der junge Schweizer in den letzten Jahren immer wieder mit Badener Polizeibeamten angelegt. So schon Mitte 2003, als er wegen Beschimpfung sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte am Bezirksamt Baden eine erste Vorstrafe kassierte.

Badener «Polizistenschreck»

Den Ruf eines Badener Polizistenschrecks erwarb er sich spätestens im Juni 2005, als er zu einer hohen Freiheitsstrafe von 17 Monaten verurteilt wurde. Der Angeklagte hatte bei einer Auseinandersetzung mit der Badener Polizei einen der Beamten erheblich am Daumen verletzt.

Das Bezirksgericht Baden liess noch einmal Gnade vor Recht ergehen und schob die Strafe zugunsten einer ambulanten Massnahme auf. Diese scheiterte allerdings nach der Haftentlassung im November 2005.

Auch zwei Raubversuche

Dieser Tage stand der Angeklagte nun für diverse neue Delikte vor dem Bezirksgericht Zürich. Trotz seiner Schweizer Abstammung antwortete der Drogenkonsument jeweils mit seinem Balkan-Slang. Er bekannte sich in allen Anklagepunkten schuldig. Auch sein jüngstes Renkontre mit der Badener Polizei vor einem Jahr betreffend.

Er war vor dem Club Löschwasserbecken an der Stadtturmstrasse an seine Lieblingsfeinde geraten. Dabei zielte er mit seinen zu Pistolen geformten Fingern auf eine dreiköpfige Polizeipatrouille und drohte, er mache sie kaputt. Nachdem er gestellt worden war, bot er einem Polizisten ein Schweigegeld von 100 Franken an. Dies brachte ihm einen zusätzlichen Anklagepunkt wegen versuchter Bestechung ein.

Dass der teilweise in Brasilien aufgewachsene Aargauer alles andere als harmlos ist, zeigten auch zwei gescheiterte Raubversuche aus dem Sommer 2008. Sowohl in Würenlos als auch am Zürcher Hauptbahnhof griff er zwei junge Personen an und bedrohte sie. In Zürich schlug er einem Opfer die Lippen blutig. Nur weil er massiv angetrunken war, machte er jeweils keine Beute.

Als strafmildernd galt vor Gericht, dass der Täter bereits seit letztem Januar aus freien Stücken eine Arbeitserziehung im Rahmen einer Massnahme für junge Erwachsene in Angriff genommen hatte. Staatsanwaltschaft und Verteidigung waren sich deshalb über den Aufschub einer mehrjährigen Freiheitsstrafe einig.

Diesen Anträgen folgte auch das Zürcher Gericht. Es setzte eine Strafe von 3 Jahren und 4 Monaten fest. Der Vollzug wurde zugunsten der schon angelaufenen Massnahme aufgeschoben, im Sinne einer letzten Chance.