Walter Christen

Szenen wie in einem Krimi: Im Betriebsraum auf dem Schrottplatz spult ein Angestellter der Klein AG das Band der Überwachungskamera zurück. Bis an jene Stelle, wo zu sehen ist, wie beim Bahnhofgebäude ein Auto vorfährt. Zeit: Donnerstag, 29. April, 19.50 Uhr. Es steigen zwei Männer aus dem Wagen. Sie erkunden das Gelände, verschwinden dabei für kurze Zeit aus dem Blickfeld der Kamera und tauchen beim Bahnhof wieder auf. Einer öffnet die Heckklappe des Autos. Beide beginnen mit dem Einladen von Kupferrohren. Sie steigen ein.

Den Fluchtweg abgeschnitten

In dem Augenblick fährt ein Lastwagen vor das Auto der Diebe und schneidet den Ganoven den Weg ab. Sie können nicht nach rückwärts ausweichen, weil von hinten ebenfalls ein Fahrzeug herangefahren ist. Noch bevor das Auto mit dem Diebesduo auch seitlich in die Zange genommen werden kann, gelingt es dem Beifahrer, die Flucht zu ergreifen. Er rennt über das Bahngleis und verschwindet im nahen Wald.

Währenddessen können die vier mutigen Mitarbeiter der Firma Klein, die an der Aktion beteiligt sind, den Fahrer des Autos so lange im Wagen festhalten, bis die alarmierte Polizei eintrifft, den Kupferdieb festnimmt und mit den Ermittlungen beginnt.

Eine spektakuläre Aktion, die Andreas Schaffner von der Geschäftsleitung der Klein AG rechtfertigt: «Bei uns wird immer wieder Material gestohlen. Wir haben der Polizei auch schon ein Band der Überwachungskamera übergeben. Aber vor Gericht wurde das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt. Wir haben halt jetzt zur Selbsthilfe gegriffen, zumal wir in letzter Zeit eine Regelmässigkeit bei den Dieben festgestellt haben. Sie kamen immer donnerstags. So haben sich unsere Leute vorbereitet. Und der Einsatz hat sich gelohnt, ein Dieb ist gefasst.» Kommentar rechts