Was nicht passt, wird passend gemacht. Dieses simple Motto dreier Handwerker im gleichnamigen Film von Peter Thorwarth war bisher der einzige Weg verantwortungsbewusster Reiter, die Exkremente ihrer prächtigen Einhufer fachgerecht zu entsorgen. Schliesslich sind weder Robydog-Säcke, noch Robydog-Eimer auf die Grösse der Ross-Äpfel abgestimmt.

Dass der Versuch, die Sauberkeit auf der Reit-Route aufrechtzuerhalten, unter Anwendung besagten Mottos, öfters zu dreckigen Händen führte, scheint wohl klar. Ebenso zu klein dimensioniert sind anschliessend die Einwurfschlitze beim Robbydog-Kübel selber.

Einer, der dieses Problem erkannt hat, ist Manfred Küng aus Kriegstetten. Er kandidiert - sollte er in den Gemeinderat gewählt werden - bei den kommenden Wahlen für das Amt des Gemeindepräsidenten. Gestern lud der Rechtsanwalt zur Einweihung der ersten Schweizer Pferdeäpfelsammelstelle in Kriegstetten ein.

Scherz mit ernstem Hintergrund

Die Einladung zu diesem Anlass wurde im «Azeiger» publiziert. An die regionalen Medien gingen persönliche Einladungen. Zeichnender war in beiden Fällen der «doppelte SVPler» Manfred Küng. Denn mit dem fingierten Verein «Schweizerische Vereinigung Pferdeäpfelsammelstellen» machte er zusätzlich dezent Werbung für seine Person und seine Partei.

Einen ernsten Hintergrund hat die Aktion aber dennoch, wie Küng sagt: «Fast alle Gemeinden erwirtschaften mit der Hundesteuer mehr als genug Geld, um die Robydog-Kasten zu unterhalten. Ich finde es nicht in Ordnung, wenn man Hundehaltern trotzdem pro Jahr über 100 Franken abknöpft.»

Von dieser Steuer befreit seien nur gerade Polizei-, Rettungs- und Blindenhunde. «Aber gerade ältere Menschen legen sich oftmals einen Hund zu, damit sie einen Gefährten haben und sich nicht einsam fühlen.» Ebenso bräuchten zum Beispiel Sicherheitsleute ihren Hund zum Arbeiten. Küng ist der Meinung, dass auch eine tiefere Steuer ausreichen würde.

«Entschuldigung» per Kutsche

Gestern Abend um 18 Uhr löste er den Scherz dann aber auf und spendierte den Anwesenden bei der vermeintlich ersten Pferdeäpfelsammelstelle der Schweiz einen Apéro. Dennoch präsentierte er den rund zwei Dutzend Anwesenden seine Sammelstelle und die dazugehörigen - etwas grosszügiger bemessenen - «Robbyhorse»-Säcke. Als kleine «Entschuldigung» bot Küng seinen Gästen zusätzlich eine Kutschenfahrt durch das Quartier. Natürlich mit strassenreinen Pferden vor dem Gespann.