Aarau
April, April: Die Stadt Aarau verwandelt Wasserrinne in Klein-Venedig

Statt in der Aarauer Rathausgasse mit einer Wasserrinne den Stadtbach nur zu symbolisieren, wird dieser gleich ganz freigelegt. Eine völlig neue Ausgangslage für die umstrittene Buslinienführung. Alles nur ein Aprilscherz.

Drucken
Teilen
Aarau macht aus Rinne Klein-Venedig

Aarau macht aus Rinne Klein-Venedig

Aargauer Zeitung

Thomas Röthlin

Der Stadtrat hat an seiner letzten Sitzung vor Ostern beschlossen, den unter der Rathausgasse fliessenden Stadtbach freizulegen. «Renaturierungen sind eine aus ökologischen Gesichtspunkten als sinnvoll erachtete und inzwischen bewährte Massnahme», steht in einer Mitteilung aus dem Unteren Rathaus.

Zudem sei der Zeitpunkt ideal, heisst es weiter. Nächsten Dienstag beginnt die Neugestaltung der Altstadtgassen. Diese sah ursprünglich eine Wasserrinne in der Rathausgasse vor. Das Stadtbachwasser hätte allerdings heraufgepumpt werden müssen. Der Stromverbrauch würde sich mit einem der letzte Woche vorgestellten Legislaturziele beissen: «Die Stadt Aarau verbessert sich in der Rangliste der Energiestädte der Schweiz markant.»

Obwohl der Stadtbach einen hübschen Teil der Strassenbreite einnehmen wird, bleiben der Zugang und die Zufahrt zu den Ladengeschäften gewährleistet, wie die nebenstehende Visualisierung zeigt. «Ansonsten hätten wir uns mit allen Mitteln dagegen gewehrt», sagt ein direkt betroffenes Mitglied der Geschäftsvereinigung Zentrum. Beim Verein Standortmarketing Aarau überlegt man sich bereits, die neue Altstadt mit dem Claim «Klein-Venedig» zu branden.

Ein Präjudiz ist die Unterbrechung der bald gepflästerten Gassen für die offene Frage der Buslinienführung in der verkehrsberuhigten Altstadt. Der Einwohnerrat wartet eigentlich auf einen Bericht aus dem Verkehrsressort, der Alternativen zum Status quo aufzeigen soll. Mit der Stadtbach-Freilegung ist die heutige Route via Rathausgasse schon mal «gestorben».

Das heisst nicht ganz: Dem Vernehmen nach ist die Schifffahrtgesellschaft Hallwilersee (SGH) nicht uninteressiert daran, ein Aktienpaket des Busbetriebs Aarau (BBA) zu erwerben. Dies mit der Absicht, eine Fährverbindung zwischen den beiden neuen Haltestellen Holzmarkt und Zollrain anzubieten. Und vor dem Hintergrund, dass den Aktionärsgemeinden vom Kanton kürzlich vorgeführt wurde, wie lukrativ ein Verkauf ihrer BBA-Beteiligung sein kann.

Aktuelle Nachrichten