Lebern

Angepasst an die Demenzkranken

Schlüsselübergabe: Stiftungsratspräsident Werner Baumgartner übergibt den Schlüssel für den Neubau offiziell an Heimleiterin Isabel Roesch.

Angepasst an die Demenzkranken

Schlüsselübergabe: Stiftungsratspräsident Werner Baumgartner übergibt den Schlüssel für den Neubau offiziell an Heimleiterin Isabel Roesch.

Dank einem Anbau haben die Bewohner im Betagten- und Pflegeheim Lebern mehr Platz bekommen. Dies nicht nur in den Zimmern, sondern vor allem auch im gemeinsam genutzten Wohnbereich. Gleichzeitig wurden die Böden und das Mobiliar erneuert und die Gartenanlage umgestaltet.

Rahel Meier

Gestern Nachmittag wurde der Anbau des Betagten- und Pflegeheimes Lebern feierlich eröffnet. 1,12 Mio. Franken wurde investiert. Nun erfüllt die Institution die neuen Vorgaben des Kantons, was die so genannte «Nettofläche pro Bett» angeht, wie Werner Baumgartner, Präsident des Stiftungsrates, gegenüber den Medien erklärte.

Im Anbau konnten vier Einerzimmer realisiert werden. Dazu kommt ein Mehrzweckzimmer im Erdgeschoss. Ein Zimmer ist neu speziell vorgesehen für externe Dienstleistungen wie Coiffeur, Manicure oder Pedicure. Pro Etage konnten zwei behindertengerechte WC-Anlagen erstellt werden. Neu eingerichtet wurde eine Wohnstube mit Anrichte. Schliesslich steht jetzt je ein Putz- und Materialraum zur Verfügung.

Bettenzahl bleibt gleich

Die Anzahl der belegbaren Betten im Betagten- und Pflegeheim Lebern bleibt trotz des Anbaus gleich wie bisher. 32 Personen können zurzeit in zehn Einzelzimmern, neun Zweierzimmern und zwei Dreibettzimmern aufgenommen werden. Diese Struktur soll vorderhand auch nicht verändert werden. Im «Lebern» sind vorwiegend demenzkranke Personen untergebracht. «Und Demenzkranke haben andere Bedürfnisse als Senioren, die geistig noch sehr fit sind», erklärt Heimleiterin Isabel Roesch.

Viele Demente würden ihr Zimmer nur zum Schlafen benützen. «Tagsüber sitzen sie lieber gemeinsam im Aufenthaltsraum oder spazieren herum. Sie brauchen den Kontakt mit anderen Menschen, kein Einzelzimmer, in das sie sich zurückziehen können.» Heimleiterin Isabel Roesch freut sich über die offizielle Eröffnung des Anbaus. «Unsere Visionen sind jetzt Realität geworden, und unsere Bewohner haben mehr Platz bekommen.»

Gleichzeitig mit dem Anbau wurde auch der Garten umgestaltet. Er ist jetzt komplett rollstuhlgängig, als Therapiegarten gestaltet und wurde auf die Bedürfnisse von demenzkranken Menschen ausgerichtet. Lauschige Plätze sollen zum Verweilen einladen, es gibt einen Laubengang, einen Gemüse- und Blumengarten und ein Hochbeet (für Menschen im Rollstuhl) mit Kräutern.

Nebengeräusche sind verstummt

Rund um den Anbau gab es im letzten Jahr einige Nebengeräusche (wir berichteten). Das Betagten- und Pflegeheim Lebern ist eine Stiftung, die von zehn Gemeinden aus dem Leberberg getragen wird. Als diese um Beiträge für den Neubau angegangen wurden, gab es teilweise harsche Reaktionen. Dabei wurde nicht die Institution als solche, sondern deren Informationspolitik kritisiert.

Josef Zimmermann, Vizepräsident der Betriebskommission und zuständig für die Finanzen, erklärt, dass klärende Gespräche geführt wurden und bis heute für 60 Prozent der Kosten die Zustimmung der Stiftergemeinden vorliegen. Weil das Heim gut gearbeitet habe, können die Beträge zudem auf 70 Prozent reduziert und in fünf Jahrestranchen entrichtet werden. «Die Betreuung und Pflege gehört zu den kommunalen Aufgaben», so Zimmermann. Er zeigte sich deshalb überzeugt, dass auch mit den restlichen Gemeinden eine Lösung gefunden werde.

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