Germanwings-Absturz
Angela Merkel: «Jede Spekulation verbietet sich»

Auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf ist am Montag kurz vor Mittag eine Germanwings-Maschine in den südfranzösischen Alpen abgestürzt. Kurz nach dem Unglück wenden sich die Staatschefs von Deutschland, Spanien und Frankreich an die Medien.

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«Ein Schock, der uns in Deutschland und die Franzosen und Spanier in tiefe Trauer stürzt», sei der Absturz der Germanwings-Maschine in Südfrankreich. Dies sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Unglück vor den Medien. Noch wisse man nicht viel, «und jede Spekulation über die Ursache des Absturzes verbietet sich». Das alles werde nun gründlich untersucht.

«Mich beschäftigt heute das Ausmass des Leidens, das diese Katastrophe über so viele Menschen gebracht hat», sagte Merkel weiter. «Meine Gedanken und meine Anteilnahme – auch die der ganzen Bundesregierung – sind jetzt bei den Menschen, die so jäh ihr Leben verloren haben.» Das Leid ihrer Familien sei jetzt «unermesslich». Die deutsche Regierung setze alles daran, dass diese nun entsprechend Hilfe und Beistand erhalten.

Sie habe mit dem französischen Präsidenten Hollande und mit dem spanischen Regierungschef Rajoy telefoniert und vereinbart, «dass unsere Länder einander in jeder erdenklichen Form helfen werden, um die Ursachen dieser Katastrophe zu ergründen». Das Auswärtige Amt habe einen Krisenstab eingerichtet, der diese Bemühungen koordiniere.

Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier und der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt fliegen laut Merkel noch heute zur Absturzstelle. «Ich werde morgen dorthin reisen und mir selbst ein Bild verschaffen.» Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, werde sie begleiten.

Rajoy: «Befinden uns in dramatischer Lage»

«Wir befinden uns in einer sehr dramatischen und traurigen Lage», sagte der spanische Präsident Mariano Rajoy vor den Medien. Er habe sich darum gekümmert, dass die zuständige Ministerin in Kürze zum Unfallort reisen könne.

Auch Rajoy verspricht die «maximale Unterstützung und gesamte Aufmerksamkeit» für die Angehörigen der Opfer. Dies verkündete er ebenfalls via Kurznachrichtendienst Twitter. «Wir sind mit ihnen», schrieb er dort am Dienstagnachmittag:

Hollande: «Absturzstelle besonders schwer erreichbar»

Von einer «Tragödie», einer «weiteren Luftfahrt-Tragödie», sprach Frankreichs Präsident François Hollande in seiner Rede nach dem Germanwings-Absturz in Südfrankreich.

«Wir versuchen zu verstehen, weshalb dies passiert ist», sagte er weiter. Innenminister Bernard Cazeneuve werde sofort zur Absturzstelle reisen, ein Krisenstab sei gebildet worden. Die Erkenntnisse wolle man selbstverständlich an Deutschland und Frankreich sowie an die Familien der Opfer weitergeben.

Hollande will klären, ob durch den Absturz am Boden weitere Menschen oder besiedelte Gebiete zu Schaden gekommen sind. Zudem sagte er, das Gebiet in den südfranzösischen Alpen, in dem das Flugzeug abstürzte, sei «besonders schwer erreichbar».

«Ich möchte unsere Solidarität mit den Familien der Opfer ausdrücken – auch wenn wir im Moment die Identität der Opfer nicht kennen», sagte Hollande zudem. Die Umstände des Absturzes würden daraufhin deuten, «dass es keine Überlebenden gibt».

Spanischer König bricht Staatsbesuch ab

Hollande sagte, er habe bereits mit dem Premierminister gesprochen und wolle weiter Gespräche führen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel («Da anzunehmen ist, dass unter den Opfern viele Deutsche sind») sowie mit Spaniens König Felipe VI. Angesichts des Unglücks brach dieser einen auf drei Tage angesetzten Staatsbesuch in Frankreich ab. Dies verkündete er vor dem Elysée-Palast in Paris, wo er kurz zuvor angekommen war.

Der König sprach in einer Erklärung von einer «fürchterlichen Katastrophe». Er drückte allen betroffenen Familien und Angehörigen der Opfer sein aufrichtigstes Beileid aus.

Staatspräsident François Hollande hatte das spanische Königspaar wenige Stunden nach dem Absturz des Airbus im Elysée-Palast empfangen. Die Begrüssung im Hof des Präsidentensitzes fiel entsprechend ernst aus. (smo/sda)