Die Geschworenen folgten im Urteil dem Antrag der Anklage. Der Verteidiger des 29-jährigen Iren hatte dagegen lediglich für eine Verurteilung wegen Totschlag plädiert. Sein Mandant habe die 17-jährige Bernerin nicht mit Absicht getötet.

Der Richter zeigte sich mit dem Urteil der Geschworenen zufrieden: "Jeder aufrichtige Mensch muss damit übereinstimmen", sagte er. Zusätzlich zur lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes verurteilte er den Angeklagten wegen Diebstahls des Handys und der Kamera des Opfers zu zwei Strafen von je fünf Jahren Gefängnis.

Zudem drückte der Richter den am Prozess anwesenden Eltern der Ermordeten sein Beileid aus. Er hoffe, sie könnten in ihrem Herzen Vergebung für das irische Volk finden, sagte er.

Die Leiche der KV-Schülerin aus Hinterkappelen BE war am 9. Oktober 2007 entdeckt worden. Sie war erst wenige Tage vor der Tat nach Irland an eine Sprachschule gereist. Am 8. Oktober hatte sie ihren ersten Schultag. Am Abend desselben Tages war sie zum letzten Mal lebendig gesehen worden.

Der verurteilte Mann war nur wenige Tage nach der Tat verhaftet worden. Er stammt aus einem Vorort von Galway und hat bereits ein langes Strafregister, unter anderem wegen sexueller Nötigung.

Der Angeklagte bestritt die Tat trotz eindeutiger Indizien, darunter ein beim Tatort gefundenen Kondom mit seinen DNA-Spuren.

Erst am vergangenen Mittwoch legte er ein Teilgeständnis ab. Er gab lediglich zu, die junge Frau nach einer sexuellen Begegnung festgehalten zu haben, als sie weggehen wollte. Darauf habe er bemerkt, dass sie nicht mehr gelebt habe. Laut den Gerichtsmedizinern wurde das Opfer erwürgt.

Der Vater des Opfers verlas vor Gericht eine Erklärung. Er und seine Frau hätten "ihren Engel verloren", heisst es darin. Worte könnten nicht ausdrücken, was sie verloren hätten. Ihre Tochter sei vor ihrem 18. Geburtstag gestanden und habe ihre erste Reise ohne die Eltern unternommen.