Tierschutz
Amtlicher Befund: Elefantennummer im Zirkus Knie ist keine Tierquälerei

Im diesjährigen Programm des Zirkus Knie schleudert ein Elefant durch einen Tritt auf ein Brett einen Artisten in die Luft. Die Tierschutzorganisation Pro Tier monierte Tierquälerei und reichte Beschwerde ein. Nun ist sie abgeblitzt damit.

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Elefantennummer im Zirkus Knie.

Elefantennummer im Zirkus Knie.

Keystone

Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET), Tierschutzvollzugsbehörden und Gutachter kommen nun zum Schluss, dass der Elefant nicht leidet. Die Tierschutzorganisation war der Ansicht, dass diese Schleuderbrett-Nummer beim Asiatischen Elefanten Delhi zu einer Überbelastung der Vorderbeine führe und damit dem Artikel 4 des Schweizerischen Tierschutzgesetzes widerspreche, weil dem Tier Schmerzen und Leid zugefügt werde. Sie verlangte vom BVET deshalb die Veranlassung einer unabhängigen Beurteilung dieser Nummer.

Franco Knie lädt einen Elefanten aus einem Transporter (Archiv)
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Chris Rui Knie mit Elefant an der Generalprobe des Circus Knie in Rapperswil im Jahr 2012.
Elefant des Circus Knie nimmt ein Bad im Genfersee.
Franco Knie jun., Fratelli Errani, Linna Knie-Sun und Chris Rui Knie an der Generalprobe vom Circus Knie in Rapperswil 2013.
Elefantennummer im Zirkus Knie.

Franco Knie lädt einen Elefanten aus einem Transporter (Archiv)

Keystone

Die Vorführung wurde an verschiedenen Tournee-Orten durch Tierschutzvollzugsstellen beurteilt. Weder die Vollzugsstellen noch das BVET orteten Probleme oder unmittelbaren Handlungsbedarf.

Kein Verstoss gegen Gesetz

Trotzdem wurde einem unabhängigen externen Gutachter der Auftrag erteilt, die Schleuderbrett-Nummer mit Elefant Delhi zu besichtigen und die Haltung sowie den Gesundheitszustand des Elefanten zu beurteilen. Der durch verschiedene Fachleute empfohlene externe Gutachter, ein ausgewiesener Elefantenspezialist, kommt nun zum Schluss, dass kein Verstoss gegen das Tierschutzgesetz Artikel 4 vorliegt. Aus den persönlichen Beobachtungen des Gutachters sowie den vom Zirkustierarzt eingereichten Unterlagen geht hervor, dass Delhi bei dieser Nummer nicht leidet.

Delhi hätte sich weigern können

Ein Elefant, dem eine Aufgabe Unbehagen, Angst oder gar Schmerzen bereitet, wird alle Möglichkeiten nützen, um sich davor zu drücken. Delhi hätte sich weigern können, das Podest zu besteigen. Sie betritt es aber ohne zu zögern und ohne Zwang. Delhi ist für diese Leistung talentiert, entsprechend trainiert und besitzt einen ausgeprägten Gleichgewichtssinn. Ihre ausgezeichnete Körperbeherrschung ermögliche es ihr, die anspruchsvolle Schleuderbrett-Nummer absolut kontrolliert durchzuführen, sind sich Gutachter und Vollzugsstellen einig.

Eine unmittelbare Abänderung des Auftritts von Delhi beim Zirkus Knie drängt sich deshalb nicht auf.