«Amoklauf am 12. 1. 2010» - Polizeiaufsicht im Wettswiler Primarschulhaus Mettlen nach Sprayerei
«Amoklauf am 12. 1. 2010» - Polizeiaufsicht im Wettswiler Primarschulhaus Mettlen nach Sprayerei

Lausbubenstreich oder ernst gemeinte Drohung? Die Primarschulleitung in Wettswil wollte kein Risiko eingehen und alarmierte die Polizei, nachdem am Montag an einer Wand des Schulhauses Mettlen die Sprayerei «Amoklauf am 12. 1. 2010» entdeckt worden war.

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Drohung Schule Wettswil.jpg

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Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Martin Platter

Nach dem unendlichen Leid, das Amokläufer an Schulen im Ausland angerichtet haben, sind auch die Behörden in der Schweiz sensibilisiert auf einschlägige Drohungen. «Wir wollten es nicht darauf ankommen lassen», entgegnete Schulpräsidentin Francesca Brignoli Lutz auf die Frage, ob es sich bei der Sprayerei nicht um einen Lausbubenstreich gehandelt haben könnte.

Die Schulleitung schaltete am Montag umgehend die Kantonspolizei ein und informierte die Eltern mit einem Schreiben über den Vorfall. «Gemeinsam mit der Polizei kamen wir zum Entschluss, dass die Schule wegen der Drohung nicht geschlossen wird. Um jedoch sicher zu gehen, patrouillieren seit Dienstag Polizeibeamte in zivil auf dem Schulareal.» Passiert sei glücklicherweise aber nichts, erklärte Brignoli. Auch im Vorfeld sei nichts Aussergewöhnliches vorgefallen. Die Androhung, die inzwischen von der Wand entfernt wurde, sei für sie aus heiterem Himmel gekommen, die Situation für die Schule aber sehr belastend.

Heikle Lagebeurteilung

Die Schulleitung hat deshalb Kontakt mit der «Krisenintervention Schweiz» aufgenommen und verfährt nach deren Richtlinien. Dazu gehört, dass über das Thema auch im Schulunterricht gesprochen wird. Als weitere Massnahme wurde am Mittwochmorgen eine Elterorientierung durchgeführt. Rund 100 Personen informierten sich im Singsaal des Schulhaus Mettlen aus erster Hand bei den involvierten Fachpersonen über das Vorgehen der Schule, den Stand der Ermittlungen und die Hintergründe, die zum Entschluss geführt haben, den Unterricht nicht ausfallen zu lassen.

Die Vertreter der Kantonspolizei, Jugenddienstleiter Rolf Weilenmann und Mediensprecher Werner Benz, erklärten, dass Erkenntnisse aus Vorfällen im Ausland als Entscheidungsgrundlage für die Weiterführung der Schule gedient hätten. Der vorläufige Polizeischutz sei als «präventive Massnahme» zu verstehen. Schulleiterin Agnes Weidmann forderte die Eltern auf, mit den Kindern über den Vorfall zu sprechen und bei diffusen Ängsten Kontakt mit der Schule aufzunehmen. Da die Täterschaft noch nicht ermittelt ist, wird die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise gebeten. Sie sind zu richten an die Kantonspolizei Zürich, Telefon 044 247 22 11.