Nadja Pastega

Diese Woche veröffentlichte die Berner Kantonspolizei (Kapo) Bilder des Waffenarsenals von Amok-Rentner Peter Hans Kneubühl. Auf den Fotos sind vier Faustfeuerwaffen abgebildet. Kneubühls Waffenlager war aber offenbar grösser als bisher bekannt: «Er hatte noch mehr Waffen», sagt Kapo-Sprecher Stefan von Below auf Anfrage.

Um was für Schusswaffen es sich handelt und ob sich eine Ordonnanzwaffe darunter befindet, will die Kapo nicht bekannt geben: «Es läuft eine Voruntersuchung. Sie ist im Kanton Bern geheim», sagt von Below.

Schlussfolgerungen

Jetzt hat Nationalrat Jo Lang (Grüne/ZG), Mitglied der nationalrätlichen Sicherheitskommission, im Parlament eine Anfrage eingereicht. Er verlangt vom Bundesrat Auskunft über Kneubühls Waffenarsenal. «Einem Bürger, der mit den Behörden in Konflikt steht, ist es gelungen, ein Lager von Waffen und Munition anzulegen», sagt Lang: «Ich will vom Bundesrat wissen, welche Schlussfolgerungen er daraus zieht.»

Für den Sicherheitspolitiker ist klar: «Es braucht ein zentrales Waffenregister.» Ein solches fehlt heute. In der Schweiz müssen Schusswaffen nur kantonal registriert werden. Eine Waffe, die in Bern gekauft wird, ist im Kanton Bern registriert. Erwirbt die gleiche Person weitere Waffen in anderen Kantonen, sind sie dort registriert. Lang: «Heute kann niemand kontrollieren, ob jemand in verschiedenen Kantonen ein ganzes Waffenarsenal zusammenkauft»