Muri
Am Strassenrand liegt immer mehr Müll

Jeden Freitag rückt ein Team des Werkhofs Muri zur «Güseltour» aus. Seit Jahresbeginn haben die Mitarbeiter des Werkhofs Muri schon 3,5 Tonnen Abfall eingesammelt.

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Immer mehr Müll am Strassenrand

Immer mehr Müll am Strassenrand

Fabian Hägler

Kaum ist der letzte Schnee im Freiamt geschmolzen, kommen sie zum Vorschein: PET-Flaschen, Zigarettenstummel, Fast-Food-Verpackungen und viele andere Arten von Abfall säumen die Strassen in der Region. «Es wird jedes Jahr schlimmer, die Leute werfen immer mehr Müll einfach aus dem Fenster», sagt Ronald Sturzenegger.

Zusammen mit seinem Team rückt der Werkhofleiter regelmässig aus, um den Abfall am Strassenrand einzusammeln. «Es ist fast eine Sisyphusarbeit: Kaum haben wir eine Strecke abgefahren und gesäubert, liegen schon wieder die nächsten Abfälle dort», beschreibt Sturzenegger die unbefriedigende Arbeit.

3,5 Tonnen in die Kehrichtverbrennung

Neben der regulären «Güseltour» am Freitag, bei der alle Abfallkübel an Rastplätzen und Ausweichstellen im Oberfreiamt geleert werden, sind auch zahlreiche Einsätze zu Fuss nötig. Dabei laufen die Teams die Strassen ab und sammeln in Handarbeit den Abfall ein.

Schon zweimal lieferten die Murianer Werkhofmitarbeiter dieses Jahr in der Kehrichtverbrennungsanlage Buchs den eingesammelten Müll ab. «Insgesamt haben wir rund acht Kubikmeter Material in die Verbrennung gebracht», rechnet Sturzenegger vor. Einmal waren es knapp zwei Tonnen, beim nächsten Mal wieder anderthalb – «und das alles nur in den Monaten Januar und Februar dieses Jahres», betont der Werkhofchef.

Wer derzeit mit dem Auto im Freiamt unterwegs ist, hat den Eindruck, am Strassenrand liege besonders viel Abfall. «Das mag vielleicht so wirken, weil diesen Winter oft Schnee lag und ein Teil des Mülls wieder überdeckt wurde», sagt Ronald Sturzenegger. Insgesamt verteile sich der Abfall aber relativ regelmässig übers Jahr. «Es ist nicht so, dass wir in einzelnen Monaten mehr Müll einsammeln als in anderen», erklärt er.

Abfallsünder werden vorsichtiger

Bei ihrer Arbeit stossen die Werkhof-Teams nicht nur auf Abfall, der gedankenlos aus dem Autofenster geworfen wird. «Wir finden auch alte Möbel, ganze Taschen voller Windeln oder Abfallsäcke ohne Gebührenmarke», zählt Sturzenegger einige Beispiele auf.

Manchmal öffnen seine Mitarbeiter einen Sack und versuchen, den Abfallsünder zu finden. «Aber erstens ist das keine angenehme Arbeit, und zweitens sind die Leute, die ihren Müll auf diese Weise entsorgen, vorsichtig geworden», sagt der Werkhofleiter. Es komme kaum noch vor, dass in den Abfallsäcken
adressierte Briefe oder andere Hinweise auf den Verursacher enthalten sind.

«Zum Glück kein McDonald’s»

«Es ist wohl einfach eine Zeiterscheinung, dass viele Leute ihren Abfall aus dem Autofenster werfen und nicht legal entsorgen», meint Ronald Sturzenegger.

Neben der zusätzlichen Arbeit für seine Leute könnten so auch gefährliche Situationen entstehen. «Kürzlich haben wir in Muri, neben der Lidl-Baustelle, zersplitterte Flaschen und Glasscherben von der Strasse geputzt», sagt er. Einen kleinen Lichtblick gibt es für Sturzenegger aber: «Zum Glück haben wir im Oberfreiamt keinen McDonald’s, sonst wäre die Situation noch viel schlimmer.»

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