Am Mittwoch landet der Riesenvogel erstmals in Zürich

Den Riesenvogel A380 auf Herz und Nieren prüfen

Den Riesenvogel A380 auf Herz und Nieren prüfen

Ab dem 28. März wird die Singapore Airlines Zürich täglich mit dem Airbus A380 anfliegen. Am kommenden Mittwoch landet eine Werksmaschine aus Toulouse zum ersten Mal in Kloten.

Patrick Huber

Flugzeugfans und -spotter dürften am Mittwoch einen erhöhten Pulsschlag haben, wenn der Riesenvogel (Flugnummer 101) auf der Piste 16 landet und das derzeit grösste Passagierflugzeug der Welt zum ersten Mal Schweizer Boden berührt. Dabei ist das für die 20 Airbus-Techniker an Bord und die beiden Piloten schon fast Routine:

Allein Singapore Airlines setzt weltweit bisher zehn solcher Flugzeugtypen ein. Doch bevor das Flugzeug im Linienverkehr fliegen kann, verlangt das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) umfangreiche Tests. Die beiden Verantwortlichen bei der Flughafenbetreiberfirma Unique, Giovanni Russo und Jann Döbelin, haben ein schwedisches computeranimiertes Testprogramm für den Flughafen Zürich durchgespielt. «Wir müssen dem Bazl aufzeigen, das unsere Berechnungen auch eins zu eins umsetzbar sind», erklärt Döbelin. Er selber hegt keine Zweifel. Das habe an anderen Flughäfen in Europa bisher auch bestens geklappt.

Umfangreiche Tests

Starts und Landungen werden nicht geübt. Am Donnerstag erfolgt von Kloten innerhalb der Testreihe der einzige Start, wenn sich der A380 Richtung Genf verabschiedet, wo Airbus einen weiteren Anlass durchführt. In Kloten gilt das Hauptaugenmerk der Sicherheit. Dabei wird untersucht, wie sicher der An- und Abflug ist und wie sich die Maschine auf dem Vorfeld sowie auf dem Rollweg bewegt.

Geachtet wird besonders auf die Hindernisfreiheit, damit der eine Spannweite von knapp 80 Metern (Jumbo-Jet: 64 Meter, Boeing B777: 65 Meter) aufweisende Riesenvogel mit seiner Flügelspitze nirgends touchiert und keine Gefahr läuft, irgendwo ein Triebwerk zu beschädigen. Im zweiten Teil wird das Verhalten des Flugzeugs zum Instrumente- Landesystem (ILS) untersucht. Je grösser das Flugzeug, desto grösser die Beeinflussung des ILS durch das Seitenleitwerk.

Die übrigen Tests sind Nebenaspekte, für die sich das Bazl nur bedingt interessiert, die aber für die Flughafenbetreiberin von Bedeutung sind. So wird geschaut, wie leicht sich das Flugzeug andocken lässt, ob die Energieversorgung gewährleistet ist und wie das Flugzeug betankt werden kann.

Auch das Catering ist ein Thema. Weil in Kloten die Doppelfahrgastbrücke erst auf Ende 2010 in Betrieb genommen wird, müssen die Ess- und Trinkwaren vom unteren Deck mithilfe des Lifts in das obere Stockwerk spediert werden. Speziell dürfte der Auftritt auch für die Handlingfirma Swissport sein, die für den A380 ein neues Push-Back-Fahrzeug anschaffen und auch für das Entfrosten einige Veränderungen an ihren Fahrzeugen vornehmen musste.

Die Bevölkerung wird mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen, dass der A380 im Vergleich zur Boeing 747-400 (Jumbo) um ein Drittel leiser ist. Unique kassiert pro Landung 6000 Franken Gebühren - mehr als für den Jumbo.

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