Mauersegler
Aluminumring für jede Kralle

Der Vogelschutzverein Balsthal beringte am Samstag die Mauersegler. Während der Veranstaltung erzählten Vereinspräsident Hugo Roth und der Ornithologe Hans Bussmann viel Aufschlussreiches über die faszinierenden Vögel.

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Mauersegler wird beringt

Mauersegler wird beringt

Solothurner Zeitung

Corinna Marti

Vergangenen Samstag untersuchte der Vogelschutzverein Balsthal rund 109 Mauersegler. Zusammen mit der Feuerwehr wurden um 8 Uhr die ersten Brutkästen heruntergeholt, gegen 9 Uhr trafen die ersten Schaulustigen ein. Im Verlaufe des Vormittags verfolgten etwa 20 Personen interessiert das Vorgehen des Beringers und Ornithologen, Hans Bussmann.

Unter den Schaulustigen waren vor allem Familien mit Kindern. «Seit 2000 beringen wir die Mauersegler in Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Sempach. Beringen müssen wir immer Mitte Juli, da die Vögel anfangs August in ihr Winterquartier nach Südafrika ziehen», erzählt Vereinspräsident Hugo Roth.

110 Brutkästen in Balsthal

Der Vogelschutzverband Balsthal hat den Mauerseglern im ganzen Dorf 110 Brutkästen bereitgestellt. «Die Brutkästen, die am Schulhaus der Bezirksschule angebracht sind, wurden von den Schülern gefertigt. Die anderen haben wir dem Blindenheim von Balsthal abgekauft», berichtet Roth.

Seit diesem Jahr verlangt die Vogelwarte Sempach, dass bei schon beringten Vögel, Gewicht und Flügellänge gemessen wird. «Mauersegler haben 170 bis 180 Millimeter lange Flügel und ein Gewicht von 40 bis 45 Gramm», weiss Bussmann.

Beringt werden nur Jungvögel und jene ausgewachsenen Vögel, die in den vergangen Jahren noch keinen Ring erhalten haben. Jeder Aluminiumring ist mit einer individuellen Nummer gekennzeichnet. So können die Zugroute, Lebenserwartung, Ortstreue und Todesursachen der Vögel bestimmt werden.

Bussmann zeigte den interessierten Kinder und Eltern wie die Mauersegler beringt, gemessen und gewogen werden. Geduldig beantwortete er Fragen kompetent und umfassend: «Jungvögel erkennt man daran, dass sie auf dem Kopf noch weiss sind. Auch die Flügel sind noch nicht ganz ausgewachsen.» Danach werden die Mauersegler wieder freigelassen. Die Jungvögel kommen wieder in ihre Brutkästen, da noch nicht alle fliegen können.

«Ohne die Unterstützung der Feuerwehr Balsthal, könnten wir diese Aktion nicht durchführen», betont Roth. Da viele Mitglieder des Vogelschutzvereins früher in der Feuerwehr waren, unterstützt diese das Beringungsteam.

Ohne die Feuerwehrleiter, wären die Brutkästen, die einige Meter in der Höhe hängen, auch schwer zu erreichen. Die Feuerwehrmänner kümmern sich auch liebevoll um die anwesenden Kinder. Als es zu den nächsten Brutkästen geht, dürfen sie im Feuerwehrauto mitfahren.

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