Sarah Carter

«Jetzt ist es so strukturlos. Es herrscht ein richtiges Krüsimüsi hier», sagt Pia Rutishauser. Sie betrachtet den einheitlich grauen Teppich und die zerstreuten Bücherregale im Raum. Die Leiterin der Stadtbibliothek Baden hat die neue Bibliothek klar vor Augen. Der Umbau soll ein frischeres, unkompliziertes Ambiente mit sich bringen. Hier sollen sich die Leute wohl fühlen.

Am 3. Juli ist der letzte Ausleihtag. Dann packen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliothek mit an und verfrachten 40 000 Bücher in ein temporäres Lager. Wichtig ist, das System zu bewahren. Die Bücher werden in farbigen Kisten, nach Sektionen geordnet, verpackt.

Lebendige Bücherei

In der Bibliothek entstehen zwei Zonen. Das Erdgeschoss bildet den aktiven, lebendigen Bereich. «Hier dürfen Kinder und Jugendliche ruhig auch einmal herumrennen und laut sprechen», sagt Rutishauser. «Sie müssen schon in der Schule oft genug stillsitzen.» Der Ludothekverein erhält im ehemaligen Lesesaal sein neues Quartier. Im hinteren Bereich werden alle Sachbücher neu thematisch geordnet - wie in einer Buchhandlung.

Die Bibliothek wird an die Bedürfnisse der Kunden angepasst. «Es ist wichtig, aktuelle Bücher und Medien anbieten zu können. Bücher, die länger als drei Jahre nicht ausgeliehen worden sind, sind quasi ‹Leichen› und werden aussortiert», erklärt Rutishauser.

Neuer Anstrich, neuer Teppich und neue Möbel sind in allen Räumlichkeiten bitter nötig. Die beliebten Nischentische kommen zwar weg, dafür werden im Obergeschoss grössere Arbeitsplätze für Gruppen zur Verfügung gestellt.

Ruhe und Konzentration im Saal

Die zweite Zone - das Obergeschoss - soll der ruhige Gegenpol zum unteren Bereich sein. Durchbrochen wird die Stille lediglich vom kleinen Café beim Eingang. Das ist aber kaum bedenklich, denn «im Café geht ja nicht gerade der Bär los», findet Rutishauser. Im oberen Eingangsbereich kommt neben einem neuen Infodesk mit Beratung und drei Internetstationen auch die Zeitschriftenabteilung hin. Mit rund 120 Zeitschriften - darunter alle Zeitungen der Region - ist sie gut bestückt.

Interessant dürfte der Ausbau der Fremdsprachenabteilung sein: Neben spanischer oder italienischer Literatur, prüft Rutishauser auch ein Angebot an serbischen, türkischen und tamilischen Büchern. «Seit ein paar Jahren kommen vermehrt auch ausländische Kunden aus dem Osten und aus nichteuropäischen Ländern zu uns. Sie sind eine interessierte Lesergruppe», so Rutishauser.