Alterszentrum Obere Mühle
Alterszentrum wird keine Residenz

Das Alterszentrum Obere Mühle (AZOM) in Lenzburg steht vor Veränderungen. Nun wurden die ersten Ergebnisse der Projektarbeit «AZOM 2015» präsentiert: Man rechnet künftig mit 98 Pflegebetten und 88 Wohnungen.

Drucken
Alterszentrum Obere Mühle, Lenzburg

Alterszentrum Obere Mühle, Lenzburg

Aargauer Zeitung

Fritz Thut

Das Lenzburger Alterszentrum will sich für die Zukunft rüsten. Eine Projektgruppe hat sich in den letzten Monaten intensiv mit vielen grundlegenden Fragen wie Betriebskonzept, Raumprogramm und Modellrechnung befasst.

Der Name «AZOM 2015» gibt dabei den Zeitrahmen vor. Selbst wenn diese Jahreszahl momentan noch weit weg scheint, ist doch zügiges Vorwärtsarbeiten angesagt.

Die vorliegenden Grundlagenpapiere wurden inzwischen vom Vorstand des Trägervereins für Alterswohnheime Lenzburg besprochen. Die dabei festgelegten Eckwerte wurden jüngst im Rahmen einer offenen und transparenten Informationspolitik in der hauseigenen «Mülizytig» und an der Jahresversammlung kommuniziert.

Keine Demenz-Wohngruppe

«AZOM 2015» geht von 98 Betten im stationären Langzeitpflegebereich und von 88 Wohnungen mit frei wählbaren Serviceleistungen aus. Die Steigerung bei den Pflegebetten von aktuell 72 auf 98 stützt sich auf Demografieangaben.

«Wir haben um die Grösse gerungen und gingen zuerst auf 84, dann aber auf 98 Betten hoch», schildert Stadträtin Heidi Berner als Präsidentin des Trägervereins die Entscheidungssuche. Weitere Anpassungen sind nicht ausgeschlossen, erwartet man doch vom Kanton weitere Vorgaben im Rahmen der Umsetzung des kantonalen Pflegegesetzes.

Die «Obere Mühle» wird nach «einem integrativen Wohn- und Betreuungskonzept» geführt. Dies bedeutet, dass man ganz schwierige Fälle («psychogeriatrische Erkrankungen mit Selbst- und Fremdgefährdung», wie das offiziell umschrieben wird) in spezialisierte Institutionen auslagert. Im AZOM ist also keine Demenzwohngruppe vorgesehen.

Bau- und Sanierungsprojekt

Nach Abklärung und Festlegung der künftigen Grösse und Ausrichtung wird nun in einem nächsten konkreten Schritt ein Sanierungs- und Bauprojekt ausgearbeitet. Im nächsten Jahr sind Wettbewerb, Studienauftrag und Vorprojekt vorgesehen und 2011 wird das Bauprojekt ausgearbeitet, über das spätestens im letzten Quartal 2011 abgestimmt werden soll.

Wie stark die bisherigen Haupt- und Anbauten aus den Jahren 1965 und 1982 für die künftige Lösung weiterverwendet werden können, wird Bestandteil der nun einsetzenden Planungsarbeiten zeigen. Ebenfalls befasst man sich gedanklich bereits mit möglichen Etappierungen und Auslagerungen, damit man den Heimbetrieb während der Bauzeit möglichst wenig stören muss.

Aktiengesellschaft plus Verein

Parallel zu den baulichen Planungsarbeiten läuft die Vorbereitung für eine neue Rechtsform. Eventuell schon an der nächsten Generalversammlung 2010 (oder spätestens 2011) will der Vorstand einen Antrag für die Bildung einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft stellen, wobei der bisherige Trägerverein als Hauptaktionär weiterhin eine wichtige Rolle spielen soll. Wichtige Partner für die Realisierung von «AZOM 2015» sind aber auch die Gemeinden, einerseits die Standortgemeinde Lenzburg, andrerseits die Anschlussgemeinden Staufen, Othmarsingen, Hendschiken und Ammerswil.

Trotz der Grösse der anstehenden Veränderungen soll die «Obere Mühle» bleiben, was sie ist, schliesst doch Heidi Berner ihre Ausführungen in der «Müli-Zytig» wie folgt: «Das ‹AZOM 2015› soll keine exklusive Altersresidenz werden, sondern ist weiterhin dem Service Public verpflichtet, mit guter Pflege und Betreuung, als Grundversorger für Senioren und Seniorinnen aus Lenzburg und Umgebung.»

Aktuelle Nachrichten