Alte Mühle wird neu belebt

Franz Brändli und Theo Hauri haben die Alte Mühle in Reitnau gekauft. Sie geben dem Gebäude ein neues Gesicht und bauen darin Wohnungen, Lofts und einen Gewerberaum ein.

Barbara Vogt

Franz Brändli und Theo Hauri stehen vor dem markanten Gebäude an der Hauptstrasse Reitnau. Im Juli 2008 haben sie es erworben. «Es war uns wichtig, dass die Alte Mühle in Reitnauer Händen bleibt», sagen sie.

Theo Hauri (55) ist ein «waschechter» Reitnauer, nebst seiner Tätigkeit als Gärtner im Kernkraftwerk Gösgen pflegt er Privatkunden Bäume und Gärten. Franz Brändli (43) ist in Reitnau aufgewachsen und führt ein Kaminbaugeschäft. Seit vielen Jahren bilden die zwei Unternehmer ein Team.

Nicht einfach mit Kanton

Jetzt haben die Besitzer endlich die Baubewilligung für den Umbau der Alten Mühle erhalten. Wohl sei gegen das Vorhaben keine Einsprache eingegangen und die Anwohner hätten sich als sehr kulant erwiesen, betonen Brändli und Hauri. Der Kanton hingegen habe ihnen einige Steine in den Weg gelegt. Unter anderem gestattete dieser keine Lukarnen im Dach, diese würden nicht ins Ortsbild passen.

Noch in diesem Jahr wollen die beiden den Umbau in Angriff nehmen. Das Projekt, erarbeitet durch das Architekturbüro Werner Häusermann aus Kirchleerau, tönt vielversprechend: Der vierstöckige Komplex wird in acht verschieden grosse Wohnungen und Lofts mit Balkonen umgestaltet. Im ersten Stockwerk entsteht ein Gewerberaum von 150 Quadratmetern. Die Fläche sei noch nicht vermietet, sagen Franz Brändli und Theo Hauri. «Der Mieter hat die Möglichkeit, den Innenausbau mitzugestalten.»

Die drei Loftwohnungen (je 90 Quadratmeter) kommen übereinander zu liegen. Die Lofts dürften insbesondere junge Leute ansprechen. Am meisten freuen sich die beiden auf die 5½-Zimmer-Wohnung im Dachgeschoss. «Sie ist so gross wie ein Einfamilienhaus.» Die Wohnungen sind über einen neuen Lift, der aussen am Haus angebaut wird, erreichbar. Der jetzige Liftschacht wird entfernt. Im Erdgeschoss der Alten Mühle entstehen Garagen und Kellerabteile.

Der Umbau soll im August 2010 abgeschlossen sein. «Wir haben bereits Interessenten für die Wohnungen», so Brändli und Hauri. Sogar eine Frau aus Zürich habe gesagt, dass sie eine Wohnung mieten möchte.

Auch Landi war in der Alten Mühle

Das Gebäude wurde um 1900 als Handelsmühle gebaut. Alt Gemeindeammann Kurt Hochuli erinnert sich noch daran, wie die Weizensäcke mit alten Lastwagen angeliefert und der Weizen zu Mehl verarbeitet wurde. 1939 brannte es in der Mühle, der Teil wurde wieder aufgebaut. Später kaufte Samuel Hochuli die Mühle und die dazugehörende Villa Buchegg. Viele Jahre wurde mit Futterzusätzen gehandelt. Von 1985 bis 2001 mietete sich die Landi Reitnau ein, danach eröffnete die Landi Kölliken eine Filiale. 2005 zügelte die Landi ins Hauptgeschäft Kölliken. Lange Zeit produzierte auch eine Wasserkraft Strom in der Alten Mühle.

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