Blueschtfahrt
Alte Kraftpakete auf dem Heitersberg

Der Verein Freunde alter Landmaschinen Region Aargau (FALRA) traf sich in Killwangen zur «Blueschtfahrt» durch das Limmattal.

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Traktorenfestival

Traktorenfestival

Aargauer Zeitung

Annemarie Pelikan

Den Traktor kennt man seit vielen Jahren als unentbehrlichen Helfer in der Landwirtschaft. Immer grösser, immer moderner, immer umweltfreundlicher werden die Maschinen. Ihre Vorgänger haben schon längst ausgedient und rosten irgendwo in einer Remise vor sich hin. Dem wäre wohl so, gäbe es nicht eine riesige Fangruppe solch alter Landmaschinen, welche keine Mühe und Arbeit scheut, die alten Gefährte wieder aufzumöbeln und in Gang zu bringen.

Jeden Frühling auf Achse

Rund 130 von ihnen versammelten sich bei der Rapid in Killwangen. Sie alle gehören zum Verein FALRA und kamen aus allen Teilen des Kantons und den angrenzenden Gemeinden auf ihren zurechtgemachten Traktoren angefahren. Gemeinsam tuckerten sie dann im gemächlichen Tempo über den Heitersberg durch die blühende Natur, genossen die schöne Aussicht ins Limmattal. Die jährliche «Blueschtfahrt» gehört zum Vereinsprogramm.

Richtiges Familienhobby

Zuvor aber stellten die Oldie-Fans die rund 100 Maschinen in Reih und Glied auf das Firmengelände der Rapid. Eine wahre Augenweide für die Zuschauer. Die auf Hochglanz polierten Fahrzeuge glänzten in der Sonne, rot, gelb, grün, blau und auch bescheiden in Grau. Jedes Detail stimmte und bei vielen Modellen konnte das ganze Innenleben bestaunt werden. Zuvorderst standen die Pioniere und Vorbilder im Traktorenbau, die Fordson in leuchtendem Blau. «Diese stammen alle aus Spreitenbach», sagte Fritz Lüscher, Besitzer eines Fordson Major, Jahrgang 1948, mit Benzin-Petrolmotor. Besonders stolz ist er, dass er mit diesem Traktor, der einen Tag vor seiner Geburt auf den väterlichen Bauernhof ausgeliefert wurde, aufgewachsen ist. 40 Jahre später hat er ihn mit viel Aufwand und detailgetreu restauriert. «Ungefähr 160 Stunden habe ich reingesteckt, vom Finanziellen rede ich gar nicht.» Mit seiner Leidenschaft hat er auch seine Frau Lilo angesteckt. Sie fährt ebenfalls einen Fordson, aber das kleinere Modell Dexta 56. Fritz Lüscher hatte ihn auf dem Alteisen gefunden. Um an Originalteile zu kommen, reiste das Ehepaar gemeinsam mit andern Oldie-Fans an die Fordausstellung nach England, und so wurde auch aus dem ehemaligen «Rosthaufen» ein kleines Bijou.

Lilo Lüscher begeisterte sich so für alte Landmaschinen, dass sie sich seither auch im Vorstand des FALRA engagiert. Sie erinnerte sich an ihre ersten Fahrversuche. «Fahren ging schon, aber bremsen konnte ich nicht.» Heute hat sie ihren Fordson aber im Griff, musste aber trotzdem auf die «Blueschtfahrt» verzichten, da sie für die Verpflegung zuständig war: «Nächstes Mal bin ich aber wieder dabei.»