Alte Gärtnerei mit neuem Leben?

Es bleibt speziell in der Alten Gärtnerei in Dietwil: Wo früher Maira und Hans Bräm ohne Strom lebten, ist ein Neubau, wie ihn der jetzige Besitzer möchte, nicht möglich. Noch diesen Monat wird der neue Gemeinderat sich mit dem Thema befassen.

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Alte Gärtnerei mit neuem Leben?

Alte Gärtnerei mit neuem Leben?

Eddy Schambron

Die Alte Gärtnerei ist eine Ruine. Das Dach ist teilweise eingestürzt. Bewohnbar ist das Haus, das sogar einmal unter Denkmalschutz stand, schon lange nicht mehr. Wegen Einsturzgefahr ist heute selbst das Betreten gefährlich. Hier plant Urs Birrer, Inhaber des Gartenbaugeschäftes Birrer Gartenbau und Baugeschäft GmbH in Ebikon, seinen neuen Geschäftssitz, wo er auch Wohnsitz nehmen will. Allerdings kann er nicht mit dem Segen des Kantons rechnen. «Das Land liegt in einer landwirtschaftlichen Spezialzone, welche keinen Wohnraum zulässt», erklärt Felicitas Siebert, Leiterin der Abteilung für Baugesuche.

Sachverhalt dargelegt

Möglich wäre hier eine bodenabhängige oder -unabhängige landwirtschaftliche Produktion, also der Anbau von Pflanzen oder aber eine Hors-sol-Intensivkultur. Wohnraum wäre allenfalls im Zusammenhang mit Überwachungsfunktionen möglich, beispielweise bei intensiver Tierhaltung oder grossen Gewächshäusern mit technischer Klimatisierung. Die Abteilung für Baugesuche habe im Juli eine Anfrage von Urs Birrer erhalten, die unter anderem 330 Quadratmeter Wohnraum und 160 Quadratmeter Büroraum beinhaltet habe. «Wir haben ihm in einer ausführlichen Stellungnahme den Sachverhalt dargelegt.»

Ruine abreissen

Die Alte Gärtnerei war zwar auch einmal ein Wohnhaus, doch der heutige Besitzer kann keine Besitzstandswahrung auf diesem Wohnraum geltend machen. «Dies ist nur möglich, wenn zwei Drittel noch vorhanden und grundsätzlich bewohnbar wären», erklärt Felicitas Siebert. Das ist aber nicht der Fall. Siebert würde es deshalb begrüssen, wenn Birrer das alte Haus rasch abreissen würde. «Es macht keinen Sinn, das Gebäude jetzt noch stehen zu lassen, es lassen sich daraus keine Rechte ableiten und es ist nur noch eine Gefahrenquelle.»

Auf dem Gemeinderatstisch

Urs Birrer hat sich einen Anwalt genommen und will versuchen, mit einer Umzonung des Geländes zum Ziel zu kommen. «Ich bin optimistisch, dass es zu einer Lösung kommen wird», erklärt der Unternehmer. Noch diesen Monat wird sich auch der Gemeinderat Dietwil mit dem Vorhaben befassen, wie Gemeindeschreiber Raphael Köpfli bestätigt. Primär geht es darum, die Fakten zu sichten und das weitere Vorgehen zu besprechen. Schon der vorherige Gemeinderat war gegen neues Leben in der Alten Gärtnerei nicht abgeneigt gewesen.