Aarburg
Also doch: Schläge in Aarburger Kinderkrippe

Mit Zwangsfütterungen und Schlägen sollen Kinder in der Kinderkrippe «Chinderhuus» in Aarburg misshandelt worden sein. Bisher wurden diese Vorwürfe bestritten. Nun gibt die Leiterin Ruth König gegenüber «Tele M1» zu, dass so etwas «vielleicht einmal passiert sei».

Drucken
Teilen

Eine ehemalige Praktikantin hat mit Tele M1 am Telefon gsprochen. Sie war bis eineinhalb Jahren im «Chinderhuus» angestellt. Ihre Vorwürfe an die Leitung der Krippe sind happig: «Die Kinder wurden zum Essen gezwungen, auch wenn sie es nicht gerne gehabt hätten. Die Leiterin und ihre Schwester, die dort kocht, haben es ihnen persönlich in den Mund gestopft.»

Ruth König, der die vergangene Berichterstattung offensichtlichan die Nieren ging, gibt zu: «Es könnte auch mal passiert sein.« Und was die angeblichen Zwangsfütterugen angehen: «Es ist dann damit belassen, dass sie einfach ein Esslöffel probieren». Die Krippenleiterin will nämlich nicht, dass die Kids, die sie betreut, sich nur mit Fast Food oder Snacks vom Kiosk ernähren und/oder eine Mahlzeit auslassen. Deshalb müssen die Kinder von allem ein wenig probieren: «Es ist bei uns die Regel, dass sie von allem essen, auch wenn sie es nicht gerne haben, wie Gemüse zum Beispiel. Aber dass wir ein Kind dazu vergewaltigt haben, nein, das bestimmt nicht», beteuert Ruth König.

Die Krippe «Chinderhuus» hat vor allem Kinder aus sozial schwacheren Familien betreut. Bis zu 60 Kinder werden dort am Mittag betreut. 60 Kinder aus bis zu 12 verschiedenen Nationalitäten - das ist kein Zuckerschlecken.

Auch «an den Ohren» seien die Kinder schon mal gezogen worden. Oder «einmal mit der Zeitung eins über den Kopf gewischt», oder einen «Klaps aufs Füdli» häte es gegeben.

In anderen Kantonen ist die Regelung klar: Es gibt kantonale Richtlinien und strenge Verordnungen, nach denen eine Krioppe geführt werden kann. Diese beziehen sich auf Anzahl Kinder, auf die Räumlichkeiten und die Ausbildung der Betreuerinnen. Offenbar ist der Kanton Aargau daran, diese Richtlinien und entsprechende Qualitätsstandards auszuarbeiten. Doch das kann dauern: Bis zu 2012.

(cls)

Aktuelle Nachrichten