Als Schönste Europas von Mexiko heimgekehrt

Virginia Ruppen aus Olten reiste nach Mexiko, um Erfahrungen als Model zu sammeln. Mit abenteuerlichen Geschichten und den Titeln Topmodel Europe sowie Miss Friendship kommt sie wieder nach Hause zurück.

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Solothurner Zeitung

Cornelia Nussbaum

Die 19-jährige Oltnerin Virginia Ruppen machte sich Ende Juni alleine auf den Weg ins mexikanische Playa del Carmen an der Atlantikküste zum «International Topmodel Contest 2009». Zurück kehrt sie mit den beiden Titeln «Miss Topmodel International Europe» und «Miss Friendship». Strahlend erzählt sie von ihren Abenteuern auf der Reise und im fernen Land sowie von ihrem Erfolg.

Bereits beim Hinflug musste sich Virginia beweisen. In Miami wurde sie aus dem Flugzeug manövriert und vom Flughafenpersonal stehen gelassen. «Ich nahm einen Shuttlebus in die Stadt und suchte mir dort ein Hotel.» Leider blieb ihr nur Zeit, um zu schlafen, von der Metropole habe sie kaum etwas gesehen. So kam sie mit einem Tag Verspätung im mexikanischen Cancun an.

Nur so gross wie Kate Moss

Dort gings gleich los. In Flip-Flops sei sie zur Vorstellungsrunde erschienen. «Ich war das jüngste und kleinste Model», grinst die angehende Autolackiererin. Mit ihren «nur» 170 Zentimeter - Kate Moss ist ebenso «klein» - hat sie sich dennoch in Mexiko durchgesetzt. Die Tage in Mexiko waren mit Kleider anprobieren und Fotoshootings ausgefüllt. «Ich teilte meine Suite - wir hatten sogar einen Whirlpool - mit einer temperamentvollen Mexikanerin.» Die Sprache stellte immer wieder eine Herausforderung dar, nicht nur mit der Zimmergenossin. Virginia habe sich mit allen Models gut verstanden, obwohl diese manchmal recht komplizierte Zicken gewesen seien: «Die hatten ständig ihr eigenes Make-up dabei. Manche schminkten sich selbst, gleich nachdem sie von den Profis für den ganzen Tag zurecht gemacht worden waren.» Auch die Anprobe der Kleider führte manchmal zu kleinen Zickenkriegen. Das habe sie amüsiert.

Ausser den schönen, aber auch schweren Abendkleidern durfte sie alle Designer-Outfits mit nach Hause nehmen. Das junge Oltner Model schwärmt von diesen Garderoben und findet es schade, dass sie selbst so selten Gelegenheit erhält, Abendkleider zu tragen.

Moskito-Stiche mit Make-up verdeckt

In der Freizeit zog es Virginia Ruppen in kleine Tapas-Bars - schliesslich wurde sie von den 5-Gang-Menüs am Abend nicht satt - oder in einen Club. «Da ich nie wusste, was mir da serviert wurde. Weil mir auch nicht alles schmeckte, verlor ich in dieser Woche drei Kilos.» Ein Grund, weshalb sie sich auch wieder auf die Heimkehr in die Schweiz freute. «Meine Mutter musste mir gleich Spaghetti kochen. Dazu assen wir Salat.» Ein weiterer Grund, sich auf die Heimreise zu freuen, waren die Moskitos. «Sie haben mir die Beine verstochen. Die Stylisten deckten die Stiche dann mit Make-up ab.» Sie habe erst in Mexiko die Schweiz richtig schätzen gelernt. Die einfachen Lebensumstände haben die junge Frau beeindruckt.

In der Schweiz wurde Virginia wegen des Missentitels bereits einmal erkannt. «In einem Club hat mich ein Agent darauf angesprochen.» Da seine Agentur aber vor allem auf Laufsteg-Models spezialisiert sei, habe sie dankend abgelehnt. «Es ist schwierig für mich, die richtige Agentur zu finden», sagt Virginia, die bereits mit 13 ihre erste Fotosession hatte. Die Schweizerin sucht eine Agentur, die Fotoshootings wie Modeschauen abdeckt - eine Agentur, wo sie sich wohl fühlt.

Bis nach der Lehrabschlussprüfung könne sie sich sowieso nicht auf das Modeln konzentrieren. Deshalb weiss sie auch noch nicht, ob sie an der Fortsetzung des Model-Contests nächstes Jahr teilnehmen wird.

«Zu dünne Frauen sind unattraktiv»

«Wegen der Schweinegrippe sind einige Models nicht an den Contest gekommen. Was ich sehr schade, aber auch verständlich finde.» Die Agentur will den Titel «Topmodel International» erst nächstes Jahr vergeben. Dieselben Frauen wie dieses Jahr werden noch einmal nach Mexiko eingeladen. Das heisst, dass dieses Jahr keine neue Ausscheidung stattfindet.

Übrigens: Die Hobby-Fussballerin investiert weder mehr Zeit noch mehr Geld in ihr Äusseres als die meisten Durchschnittsfrauen: keine Termine bei der Kosmetikerin. Es reichte trotz der 170 Zentimeter und keinem ausländisch-exotischem Einfluss zu einer Miss Europe - schliesslich gibt es mehrere solche ähnliche Titel. Und vom Diätwahn mancher Models hält sie auch nicht viel: «Zu dünne Frauen finde ich unattraktiv.»

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