30 Jahre Radio 24

Als Piratensender gestartet, heute etablierte Nummer 1 in Zürich

Bernhard Russi, Ursi Spaltenstein und Roger Schawinski 1984

Bernhard Russi, Ursi Spaltenstein und Roger Schawinski 1984

Radio 24 feiert am 28. November sein 30-jähriges Bestehen. Als Radiopirat strahlte Roger Schawinski im Spätherbst 1979 sein Programm illegal von einem Mast auf dem italienischen Pizzo Groppera nach Zürich aus. Heute ist der Lokalsender etabliert und Nummer 1.

Genau vor 30 Jahren rüttelte der damals 34-jährige kampflustige Journalist Roger Schawinski mit einer Gruppe von Gleichgesinnten die Schweizer Medienlandschaft auf. Weil er von den Bundesbehörden keine Sendeerlaubnis für ein privates Radio bekam, ging er nach Italien und sendete so lange illegal nach Zürich, bis der Widerstand gebrochen war.

Schawinski wollte für die Schweiz - und vor allem für Zürich - ein "freches Radio" als Konkurrenz zum Monopolsender "Radio Beromünster" (Radio DRS).

Vom 28. November 1979 an wurde das Signal des Popmusiksenders dann während 24 Stunden am Tag stark gebündelt über den Splügen- und den Kistenpass bis nach Zürich geschickt.

Das für die Radiofrequenzen zuständige Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement (heute UVEK) in Bern hatte gar keine Freude an den poppingen Klängen aus Italien. Es erwirkte bei den benachbarten italienischen Behörden kurz nach dem Radiostart einen ersten Schliessungsbefehl.

Der darauf folgende Verzweiflungsruf des Radio-24-Teams an seine Hörer zeigte Wirkung: Nach nur fünf Tagen wurde dem Bundesrat eine Petition mit 212'000 Unterschriften überreicht, in welcher das Tolerieren des Senders gefordert wurde. Schawinski liess den versiegelten Sender einfach wieder einschalten.

Der Piratensender wurde in der Folge wiederholt auf Druck aus Bern abgeschaltet. Doch der Radiopionier gab den Mut nicht auf. Er kämpfte auf dem juristischen Parkett so lange weiter, bis das oberste italienische Verfassungsgericht ihm 1986 Recht gab und alle Aktionen gegen Radio 24 als "illegal" bezeichnete.

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