Als Metallteile vom Himmel fielen

Am Weihnachtstag jährt sich zum 65. Mal ein Ereignis, das in Würenlingen und in der ganzen Region für Aufsehen gesorgt hatte: Damals, am 25. Dezember 1944, stürzte ein amerikanischer Bomber des Typs B-24 «Liberator» im Gebiet Firsthalde auf einen Acker und brannte aus.

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Als Metallteile vom Himmel fielen

Als Metallteile vom Himmel fielen

Der Pilot, so wird geschildert, sei erst im letzten Moment ausgestiegen und habe durch sein heldenhaftes Verhalten ein grosses Unglück für die Bevölkerung verhindert.

Die viermotorige Maschine mit der neunköpfigen Besatzung war bei ihrem Einsatz über Innsbruck angeschossen und beschädigt worden. Pilot Vincent F. Fagan flog westwärts mit der Absicht, notzulanden. Auf dem Weg wurde die Mannschaft überrascht. Der Bomber geriet in das Abwehrfeuer einer in Baldingen stationierten Flab-Batterie und wurde stark beschädigt. Vincent F. Fagan gab den Befehl zum Absprung. Er selber blieb an Bord und zog das Flugzeug über Würenlingen hinweg. Sonst wäre die Maschine mit grosser Wahrscheinlichkeit im Unterdorf zerschellt. Augenzeugen erzählten von Motorenlärm, von Explosionen und einem brennenden Bomber. Metallteile seien vom Himmel gefallen.

Der abgesprungene Co-Pilot war mit dem Fallschirm in der Aare gelandet und ertrunken. Der Fallschirm eines weiteren Besatzungsmitgliedes öffnete sich zu früh und blieb am Flugzeug hängen, was den Tod des Mannes zur Folge hatte. Ein weiterer Soldat verblieb in der Maschine und überlebte die Explosion am Boden nicht. Vincent F. Fagan landete in den Bäumen am Ufer der Aare. Die drei tödlich verunglückten Flieger, so weiss AZ-Leser Edwin Götsch aus Leuggern, wurden auf dem Friedhof in Münsingen beigesetzt. Der Rest der Besatzung sei bis zum Kriegsende 1945 in Adelboden geblieben und habe in einem Hotel ein angenehmes Leben führen können.

Zum Andenken an den Bomberabsturz wurde im Gebiet Firsthalde ein Gedenkstein errichtet. (mhu)