Salz

Allmählich wird bei den Werkhöfen das Salz knapp

Der Winter fordert seinen Tribut: In den Städten und Gemeinden des Limmattals nimmt der Bestand an Auftausalz laufend ab. Nachbestellungen sind kurzfristig nicht möglich, Alternativen müssen geprüft werden.

Matthias Kessler und Bettina Hamilton-Irvine

«Am Anschlag» seien sie, was das Salz anbelange, sagt Daniel Berweger, Abteilungsleiter Werke der Gemeinde Urdorf. Urdorf verfüge über kein eigenes Salzsilo - normalerweise könne man das Salz über den Kanton beziehen. Aber auch dort habe man, wie bei den Rheinsalinen in Pratteln, einen Engpass, so Berweger.

Urdorf ist diesbezüglich kein Einzelfall. Gemeinsam mit der Stadt Schlieren wurde eine Mitteilung verfasst, in der das Problem erörtert wird. Gesalzen werde nur noch «in exponierten und kritischen Strassenbereichen, insbesondere bei Brücken und Strassen mit starkem Gefälle sowie Strassen, die vom öffentlichen Verkehr benutzt werden», wird in der Mitteilung festgehalten. Auf Trottoirs werde «sparsam und gezielt Splitt eingesetzt»; dieser eigne sich allerdings nicht für eine Verwendung im Strassenverkehr und müsse zudem kostenintensiv entsorgt werden - als Sondermüll. Die Bevölkerung wird deshalb gebeten, gutes Schuhwerk anzuziehen und «nach Möglichkeit auf Autofahrten zu verzichten».

Bis fünf Tonnen pro Einsatz

Die Stadt Dietikon ihrerseits braucht laut Werkhofleiter Lorenz Fränzl drei bis fünf Tonnen Salz bei einem normalen Einsatz. Das Salzsilo sei derzeit mit knapp 35Tonnen Salz noch halbvoll, «oder schon halbleer, je nach Sichtweise», so Fränzl. Der Grund für den Salzengpass bestehe darin, führt der Werkhofleiter aus, dass nicht nur in der Schweiz, sondern in praktisch ganz Europa der Winter Einzug halte. Immerhin sollte Dietikon am 9.Februar eine Lieferung von 25Tonnen erhalten, die man, so Fränzl, frühzeitig bestellt habe.

Nächste Lieferung im März

Wie schwierig es momentan ist, Auftausalz aufzutreiben, weiss auch der Bergdietiker Werkhofchef Martin Bräm: «Ich habe mich soeben telefonisch nach den Lieferfristen für das Salz erkundigt und erfahren, dass der frühestmögliche Liefertermin für uns Anfang März wäre.» Es sei zwar noch Salz vorhanden, jedoch sei es vom Wetter abhängig, ob das bis zum Ende des Winters reiche. Ganz ohne Salz gehe es aber nicht, sagt Bräm: «Wir müssen hier oben die Buslinie freihalten, das ist unsere Priorität.»

Unterengstringens Werkmeister Charles Egli hat Ende Dezember die letzte Salzlieferung bekommen. Doch habe man in den letzten Wochen viel Salz gebraucht, sagt er: «Ich habe im Moment noch acht Tonnen, aber es wird langsam knapp.» Man solle sich überlegen, wie viel man wirklich salzen müsse, sagt Egli: «Wir reduzieren momentan den Verbrauch ein wenig.» Das Salz sei zwar nach wie vor lieferbar, jedoch müsse man zurzeit mit ein paar Wochen Lieferfrist rechnen - und der Wintertarif sei um einiges höher als die Preise im Sommer, erklärt Egli.

Wenige Unfälle gemeldet

Trotz teilweise eingeschränktem Salzeinsatz kam es am Donnerstag auf Limmattaler Strassen nur zu vier schneebedingten Unfällen mit Blechschaden: Bei der Kantonspolizei wurden drei Unfälle in Dietikon gemeldet, ein Unfall in Birmensdorf. Gesamthaft habe es für die Schneemenge wenige Unfälle gegeben, erklärte Silvia Mülli vom Mediendienst der Kantonspolizei. Auf dem Kantonsgebiet seien bis um die Mittagszeit gegen 30Unfälle aufgrund des Neuschnees zu verzeichnen gewesen.

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