hcohstapler
Alles nur gelogen: Auch diese Hochstapler trugen dick auf

Beim Hochstapeln gilt: Je dreister, umso glaubwürdiger. Niemand will einen Chirurgen für einen Falschspieler halten. Beim Flunkern gilt: Nur Masslosigkeit bringt Ruhm.

Merken
Drucken
Teilen
Hochstapler
4 Bilder
Joyce Hatto Die britische Star-Pianistin zog sich einer Krankheit wegen von der Bühne zurück. Jahrzehnte später kamen Platten von ihr heraus. Ihr Ehemann mischte die falschen Stücke zusammen.
Henkel-Manager Ein ehemaliger Chefredaktor arbeitet be Henkel als PR-Angestellter - und bediente sich dann zur Finanzierung seiner Luxusgüter aus der Firmenkasse.
Barabara Burtscher Diese Bild ist noch immer auf ihrer Homepage zu sehen: Barbara Burtscher im Nasa-Anzug.

Hochstapler

a-z.ch News

Narkosearzt, falscher Milliardenerbe oder Pilot ohne Lizenz. Diese Verstellungskünstler haben es zu zweifelhaftem Ruhm gebracht:

Der reuige Pilot

Mehr als 13 Jahre hat ein schwedischer Pilot mit einer gefälschten Fluglizenz Passagiere durch die Welt geflogen. Jetzt wurde der 41-Jährige auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol festgenommen. Der Mann habe gerade eine Boeing 737 startklar gemacht, die mit 101 Passagieren nach Ankara fliegen sollte, teilte die Flughafenpolizei mit. Nach der Festnhame habe er sogleich die falschen Streifen an seiner Kapitänsmütze abgenommen.

Der falsche Narkosearzt

Die Geschichte hat durchaus ihren dramatischen Reiz: Ein junger Mann ohne Uni-Abschluss gibt sich mit gefälschten Zeugnissen als Arzt aus und arbeitet unbemerkt in einem Krankenhaus. Der 26-jährige Stuttgarter Sacha St. hat sich als Narkosearzt ausgegeben, arbeitete sogar als Notarzt und war für das Deutsche Rote Kreuz bei Notfalleinsätzen unterwegs - und das wohl ohne die erforderliche medizinische Ausbildung. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft ihm deshalb Betrug und Urkundenfälschung vor - die Mediziner schieben sich gegenseitig die Schuld zu.

Der raffgierige Spekulant

Einen solchen Betrüger hat die Welt noch nicht gesehen! Charmant, clever und cool. Bernard Madoff vertrauten Prominente ihr Vermögen an. Nun sind 50 Milliarden Dollar weg. Als Bernard Madoff unter Hausarrest stand, sass er in seinem New Yorker Millionärsapartment, rauchte dicke Zigarren und wartete seelenruhig auf seinen Prozess, während seine Frau noch immer täglich zum Coiffeur ging.

Die falsche Pianistin

Die 2006 verstorbene Star-Pianistin Joyce Hatto zog sich wegen eines Krebsleidens schon in den 70er Jahren von der Bühne zurück. Hatto galt seit 1952 als eine der grössten britischen Musikerinnen und wurde von der Kritik gefeiert. 1989 kommt sie zurück, mit einer regelrechten Petarde an neuen Aufnahmen. Dann kam heraus: William Barrington-Coupe, Ehemann von Joyce Hatto, hat deren Aufnahmen ohne ihr Wissen gefälscht. Er habe ihr «die Illusion eines grossartigen Abschlusses» vermitteln wollen. Die Erkrankung habe ihr das Klavierspiel erschwert, deshalb habe Barrington-Coupe anfangs nur einzelne Schwächen in den Neuaufnahmen seiner Frau durch Aufnahmen von Pianisten mit ähnlichem Spiel ersetzt, später immer grössere Teile.

Der Luxus-Betrüger

Luxus-Autos und Champagner in Strömen: Ein PR-Mann des Henkel-Konzerns erfand 45 Millionen Euro schwere Forderungen gegen seinen Arbeitgeber, weil ihm 5000 Euro Netto-Monatsgehalt nicht reichten. Zuvor war der Unersättliche Chefredaktor einer Zeitung.

Der falsche Rockefeller

Er führte die High Society in New York und Boston hinters Licht, schliesslich kidnappte er seine Tochter: ein Mann, der sich als Clarke Rockefeller ausgab. Landesweit fahndete die US-Bundespolizei nach dem Mann, der sich als Angehöriger der milliardenschweren Rockefeller-Dynastie ausgab. Gesucht wurde der Mann nicht nur wegen Betrugs: Er hatte auch seine Tochter Reigh entführt und war mit ihr geflohen.

Der falsche Liebhaber

Helg Sgarbi verfügte über einen belesenen Horizont und so sensible Pianistenhände, dass die deutsche Quandt-Erbin Susanne Klatten sogleich die Seelennähe spürt zum «Sonderberater der Schweizer Regierung». Dem Mann sind schon einige ältere reiche Damen zum Opfer gefallen. Als er sagte, ein Mafioso erpresste ihn, gab sie ihm 7 Millionen. Als Klatten später 49 Millionen zahlen soll, werden ihr Geld und Gesetz wichtiger als ihr Ruf. Sgarbi wird verhaftet. Das Urteil, sechseinhalb Jahre Knast, nimmt er seelenruhig entgegen.