Pfadi Bettlach

Alles dreht sich – um die Pfadi

Die Bettlacher Pfadfinder feierten am Wochenende ihr 60-jähriges Bestehen

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Die Bettlacher Pfadfinder feierten am Wochenende ihr 60-jähriges Bestehen

Das Heimfest der Pfadi Bettlach im Bängihus zog Kinder in Scharen an. Präsident Kevin Kocher zeigte sich zufrieden.

Petra Gugler

Eine lange Kinderschlange war noch immer am Warten, als «Omega» alias Claudio Messmer, bereits mehr als vier Stunden neben dem «3D-Rad» stand. Geduldig und sorgfältig schnallte der 18-Jährige Kind für Kind auf der Vorrichtung aus drei in sich drehenden Rädern fest, damit es sich zigmal um die eigene Achse, vornüber, nach hinten sowie links nach rechts drehen konnte. Das «3D-Rad» erinnert an Trainingsmethoden der Astronauten und starke Kopfschmerzen, trotzdem war es bei den Kids der Renner des Tages. «Haben die den Dreh raus, wollen sie nicht mehr runter», erklärt Omega schmunzelnd.

Zu Bestaunen gab es ausserdem das sogenannte «Sarasani», ein pyramidenförmiges Gruppenzelt aus 48 Blachenquadraten, die an einem Mast aufgehängt werden. «Solch ein Zelt mit Zirkusambiente schützt uns in den Lagern vor Regen, damit wir trocken essen können», erklärte Sandra Stähli, mit Pfadiname «Fanta». Am Samstag wurden darin Postenspiele abgehalten. Die «Wölfli» und kleinen Gäste fühlten sich in dieser Pfadiwelt wie im Märchen. Überhaupt wurde das Fest von einer fröhlichen und fürsorglichen Stimmung getragen, weil den erfahrenen Pfadern bewusst ist, dass man an Jüngere weitergeben soll, was man selbst einmal genossen hat. «Ich betreue mittlerweilen die Kinder von Eltern, die früher selbst Pfader waren. Das Kind von meinem Götti beispielsweise. Das finde ich sehr schön», betont Sandra Stähli.

Wo jeder noch sich selbst sein darf

Wichtig waren zudem zwei Zelte der Marke «Spatz» , die den Grund für das Jubiläums-Fest lieferten: «Wir wollen sie mit dem Erlös aus dem Festbetrieb und einer Versteigerung für das nächste Sommerlager anschaffen», erklärt Kevin Kocher, Abteilungsleiter beziehungsweise Präsident der Pfadi Bettlach. Mit dem Verlauf des Anlasses zeigte er sich zufrieden: «Gestern besuchten rund 50 Leute das Konzert der Newcomer ‹Rag Dolls› aus Olten. Der Gig war sensationell.» Die richtige Location dafür gab die Bar des Tenn-Kinos ab, die von Reto Nardini zur Verfügung gestellt wurde. Er ist natürlich auch ehemaliger Pfadfinder. Für den Bettlacher Pfadi-Präsident, der von seinen 27 Jahren 20 in der Pfadi verbracht hat, gehen Freundschaften, die bei den Pfadfindern geschlossen werden, eben tiefer. «Für mich ist es die Gemeinschaft schlechthin, weil man hier sich selbst sein darf.»

Im nächsten Moment standen Darbietungen auf dem Programm. Das angekündigte «kleine Abendprogramm» entpuppte sich als grossartige Leistung: Nach Altersklassen schlugen sich die Pfader auf der Bühne wie die grossen Stand-up Comedians. Der Abteilungsleiter quittierte die Darbietungen mit «Zigezage - Hoi Hoi Hoi». Und wie es sich für Pfadfindern gehört, fielen alle mit ein.

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