Toprak Yerguz

Plötzliches Erbrechen und Durchfall: Diese Symptome einer Infektion mit dem Norovirus erleben wieder zahlreiche Menschen in der Schweiz. Der Virus ist ein alter Bekannter, der jeden Winter für Erkrankungen sorgt und die Patienten für wenige Tage ans Bett fesselt (siehe Infobox). Damit es nicht noch mehr werden, wurde an besonders heiklen Orten bereits reagiert. Zum Beispiel im Alters- und Pflegeheim St. Elisabethenheim. Wer als Besucher zu einer Tasse Kaffee in die Cafeteria des Heims gehen möchte, tritt vor verschlossene Türen. «Wir haben seit Sonntag der vorigen Woche unsere Cafeteria geschlossen», sagt Heidi Keller. Den Entschluss zur Schliessung hat sie als Leiterin des St. Elisabethenheims zusammen mit der Pflegeleitung gefasst. Keller will die weitere Ausbreitung des Norovirus' verhindern: «Die Krankheit grassiert. Der Virus soll weder ins Heim gelangen noch aus dem Heim raus.» Aus diesem Grund sollen Menschenansammlungen soweit möglich verhindert werden. Ähnliche Massnahmen wie im St. Elisabethenheim wurden auch in anderen Basler Pflegeheimen getroffen.

Diese Massnahmen liegen in der Verantwortung der Heimleitungen und Spitalleitungen, wie die Basler Kantonsärztin Anne Witschi erklärt: «Alters- und Pflegeheime sowie Spitäler haben ihre eigenen Noro-Konzepte.» Bei Ausbruch der Krankheit werde dieses Konzept hervorgeholt und angewendet. Der kantonsärztliche Dienst berate zwar diese Stellen, wann und welche Noro-Konzepte in Kraft treten, werde aber von den zuständigen Heim- und Spitalleitungen entschieden. Eine zentrale Koordination gebe es nicht, auch wenn man ständig in Kontakt bleibe.

Wiederkehrender Virus

Witschi sagt über den Norovirus: «Es ist keine schwere Krankheit, aber sie ist leicht übertragbar.» Die grösste Gefahr liege in der Dehydratation, dem Wassermangel im Körper des Patienten. Bei Risikogruppen wie Betagten oder Kindern, die wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, müsse besonders auf die Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Wegen der hohen Ansteckungsgefahr werden die Noro-Patienten in den Spitälern isoliert. Gestern Mittag betraf dies im Universitätsspital sechs Patienten. Laut Andreas Bitterlin, Leiter der Unternehmenskommunikation, seien in diesem Jahr etwa gleich viele Noro-Patienten in Behandlung wie in den letzten Wintern: «Es sind zur Zeit nicht ausserordentlich hohe Zahlen.» Das Universitätsspital verfüge über das von Witschi angesprochene Noro-Konzept, das mit den ersten Krankheitsfällen initiiert und umgesetzt wurde. Vor allem im Bereich der Reinigung und Desinfektion habe es Umstellungen gegeben. Neben weiteren Massnahmen werde für die Handreinigung ein spezielles Mittel verwendet, das gezielt für den Einsatz auf einer Station mit Noro-Patienten entwickelt wurde.