An unter 16-Jährige darf kein Alkohol verkauft werden, an unter 18-Jährige keine gebrannten Wasser. Bisherige Testkäufe haben gezeigt, dass diese gesetzlichen Auflagen häufig ignoriert werden. Das offenbarte sich im vergangenen Jahr in Bonstetten, Hedingen, Stallikon und Wettswil: 56 Prozent der getesteten Betriebe verkauften Jugendlichen alkoholische Getränke.

Die vom Blauen Kreuz Zürich im Auftrag der Gemeinden getätigten Testkäufe in Affoltern, Hedingen, Mettmenstetten und Obfelden offenbaren nun ein weit positiveres Resultat: Nur in 7 der 51 getesteten Betriebe - Restaurants sowie Klein- und Mittelbetriebe - war ein Alkoholkauf durch Jugendliche möglich. Das entspricht 14 Prozent.

In Affoltern, wo 35 Betriebe getestet wurden, waren es fünf und in Obfelden zwei Betriebe unter den Sündern. In Hedingen und Mettmenstetten bekamen die Jugendlichen keine Alkoholika. In 12 Fällen wurde nach dem Alter gefragt, in 19 Fällen ein Ausweis verlangt.

Betriebe haben sich sogar entschuldigt

Matthias Kehrli spricht von einem insgesamt guten Resultat und davon, dass die Betriebe durch die bisherigen Testkäufe offenkundig sensibilisiert sind. Die getesteten Betriebe wurden nicht direkt mit dem Resultat konfrontiert, sondern per Schreiben informiert. Dort, wo es zu illegalen Alkoholverkäufen kam, hat man sich sogar entschuldigt. «Wir setzen alles daran, dass sich unser Personal an die gesetzlichen Bestimmungen hält», wurde mehrfach versichert. In einzelnen Fällen wollte die Geschäftsleitung sogar wissen, um welche Zeit die Testkäufe stattgefunden haben, um die jeweilige Verkäuferin oder den Verkäufer zu eruieren.

Betriebe, die bei diesen Testkäufen illegal Alkohol verkauft haben, müssen nicht mit Sanktionen rechnen. «Wir werden wieder Testkäufe durchführen. Bei schlechtem Resultat muss ein Betrieb dann mit einer Anzeige rechnen», hält der Leiter der Affoltemer Sicherheitsabteilung fest.

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