Peter Siegrist

Vor zwei Jahren verkündeten eine auswärtige Immobilienfirma und ein Architekturbüro: «Menziken plant einen medizinischen Schritt in die Zukunft.» Jetzt sieht alles anders aus. Nach zwei Jahren haben Planer und Immobilienhändler das Plakat von der Fassade entfernt und ihre Verpflichtungen gegenüber der Valiant gelöst.

Peter Zollinger von den Zollinger Immobilien: «Unser Vertrag ist nach zwei Jahren abgelaufen.» Laut Zollinger haben sich zwar über 40 Ärzte für das Projekt interessiert. Leider verhindere der Ärztestopp des Kantons den Zuzug von Fachärzten, die von den Krankenkassen zugelassen würden, bedauert Zollinger.

Ärztestopp ein Grund fürs Scheitern

Der Ärztestopp sei vom Bundesparlament bis Ende 2011 verlängert worden, bestätigt Balz Bruder, Leiter Kommunikation im Departement Gesundheit und Soziales. Allerdings seien die Grundversorger bei der Schaffung von Einzelpraxen davon ausgenommen. Ausnahmen gebe es zum Beispiel aber auch für Fachärzte, die in einem ambulanten Zentrum angestellt würden und dem Zulassungsstopp nicht unterlägen.

Diese müssten zwar über eine Berufsausübungsbewilligung, nicht aber über eine Zulassung verfügen, sagt Bruder - und fügt an, der Kanton habe nie über entsprechende Anliegen aus Menziken entschieden. Die Firmen planten ein medizinisches Fachärztezentrum. Ausgeschrieben waren Präxisräume für Ärzte verschiedener Disziplinen wie Sportmedizin, Neurologie, Gynäkologie und Hals-Nasen-Ohrenmedizin.

Weiter dachten die Initianten an eine Augenklinik mit Laser, ambulante Chirurgie, Kieferchirurgie und an Radiologie. Ebenso war die Rede von einer Apotheke in den Räumen des ehemaligen Reisebüros. Das ehemalige Verwaltungsgebäude mit 21 000 Kubikmetern umbautem Raum und einer nutzbaren Geschossfläche von über 3000 Qudratmetern wurde als ideal angesehen.

Die Planer sahen keine Probleme im Zusammenhang mit dem Menziker Regionalspital. Statt manchmal nach Aarau zu fahren, könnten sich die Leute im oberen Wynental ambulant behandeln lassen, war die Devise. Ebenso wurde eine Zusammenarbeit mit dem Regionalspital nicht ausgeschlossen.

Für das Gebäude sucht die Valiant als Besitzerin einen Käufer, Eigenbedarf hat die Bank keinen. In einem Inserat wird ein Kaufpreis von 6,5 Millionen Franken genannt.