Anna Huber

Älteste Deutschschweizerin verstarb im 111. Altersjahr

Die Schönenwerderin Anna Huber, die älteste Deutschschweizerin, ist am Dienstagmorgen um 6.30 Uhr im Altersheim Haus im Park in Schönenwerd im 111. Altersjahr friedlich entschlafen; dies teilte ihre Grossnichte Monika Gajon aus Leutwil AG auf Anfrage mit.

Beat Wyttenbach

«Sie war für ihr Alter noch gut beieinander, und ihr Erinnerungsvermögen war immer noch vorhanden, obschon sie ihre Hochs und Tiefs hatte», erklärte Gajon. Vor eineinhalb Wochen habe sie ihre Grosstante zuletzt im Haus im Park besucht; dies auf Anraten der Heimleitung. «So gesehen kam ihr Hinschied nicht sehr überraschend; irgendwie hatte man es kommen sehen. Meine Schwester und ich haben sie sehr bewusst ein letztes Mal besucht», erzählte Anna Hubers Grossnichte.

Anna Huber lebte in drei Jahrhunderten

Die Bauerntochter Anna Huber kam am 5. April 1899 in Schönenwerd zur Welt, wo sie ihr ganzes Leben zubrachte. Als Bürofachkraft hatte sie diversen Arbeitgebern gedient; dies immer in ihrer Wohngemeinde. Die gläubige Katholikin, die täglich ihren Rosenkranz betete, hatte eine spezielle Beziehung zur Kirche. So war denn auch die Priesterweihe ihres Ziehsohnes für «Fräulein Huber», wie sie zeitlebens genannt werden wollte, das schönste Ereignis, das sie miterleben durfte.

Und dass ihr 110. Geburtstag vor knapp fünf Monaten auf den Palmsonntag fiel, freute sie ganz besonders. Es gab weitere heitere Stunden in ihrem Leben. Dann etwa, wenn sie Theater spielen durfte. Oder wenn sie im Kirchenchor mitmachen konnte; über 50 Jahre lang war sie dort aktiv. Und an ihrem 100. Geburtstag wurde ihr zugesichert, dass sie bis zu ihrem Hinschied gratis Karbacher Bier geliefert bekomme. Anna Huber liess es sich auch nicht nehmen, täglich einen Becher zu trinken.

«Gut leben, ohne zu übertreiben»

Erst kürzlich hatte Anna Huber der Mittelland Zeitung ein letztes Interview gegeben. Auf die Frage, wie sie es geschafft habe, dieses Alter zu erreichen, hatte sie geantwortet: «Das liegt nicht in meiner Hand, niemand kann wünschen, wie alt man wird.» Wollen könne man es schon, aber Gott werde dies letztlich entscheiden. Aber sie habe sich stets gut ernährt: «Wir hatten immer Bauernkost: Härdöpfel. Und Gemüse aus dem Garten», erzählte sie gegenüber dem «Sonntag». Vor allem aber riet sie, dass man das Leben geniessen solle - aber ohne zu übertreiben.

Anna Huber wünschte sich an ihrem 110. Geburtstag, «dass ich, wenn meine Zeit gekommen ist, eine gute Stunde habe und dass man in Frieden voneinandergehen kann». Ihr Wunsch ist nun in Erfüllung gegangen. Ruhen Sie in Frieden, Fräulein Huber!

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