Ruedi KuhnBeim FC Aarau ist der Schnellste wohl auch der Beste. Beim Shuttle-Test auf dem Kunstrasen im Schachen setzt der wieselflinke Aco Stojkov Massstäbe und läuft den Teamkollegen auf und davon. Die Spieler des Tabellenletzten der Super League müssen eine Strecke von viermal acht Metern mit Richtungswechseln absolvieren. Ausschlaggebend sind in erster Linie die Konzentration, die Antrittsschnelligkeit und die Explosivität.

Zweiter Versuch muss besser sein

Captain Sandro Burki und Co. absolvieren den Parcours innert kürzester Zeit zweimal. Für Aaraus Lauf- und Koordinationstrainer Hans Tanner sind die Zeiten zwar wichtig, aber nicht das Mass aller Dinge. «Entscheidend ist vielmehr », so der 61-jährige Zürcher, «dass sich jeder Spieler beim zweiten Anlauf verbessert. Nach dem ersten Versuch muss er die Fehler erkennen und darauf reagieren.»

Hans Tanner war in den 70er-Jahren Trainer der Schweizer Hochspringer und massgeblich daran beteiligt, dass es Roland Dalhäuser auf eine Bestmarke von 2,31 Meter brachte. Tanner selbst schaffte es in seiner aktiven Karriere auf 2,10 Meter. Im Weitsprung kam der frühere Zehnkämpfer auf 7,08 Meter. Während 15 Jahren zeichnete er als Koordinationstrainer beim FC Zürich verantwortlich und gab Demonstrationstrainings bei Grossklubs wie Real Madrid, Liverpool, Sevilla und Sporting Lissabon.

Für den früheren Leichtathleten ist eine gute Laufkoordination Voraussetzung für einen Profifussballer. Dass Stojkov den Sprintwettbewerb gewann, ist keine Überraschung. Der Flügelstürmer sprintete die Kurzdistanz in 8,144 Sekunden und distanzierte die Mitspieler um Längen. David Marazzi wurde mit 8,429 Sekunden Zweiter. Ansprechende Zeiten schafften Steven Lang, Orhan Mustafi und Michele Polverino.

Stojkov gegen Bellinzona dabei

Nun ist die Schnelligkeit allein längst keine Garantie für Qualität. Dass Aco Stojkov bei der 2:3-Niederlage in Biel am vergangenen Sonntag aber nicht einmal zu einem Teileinsatz kam, ist unverständlich. Er war es, der die Aarauer mit zwei Toren beim 3:1-Sieg im Cupspiel beim Erstligisten Münsingen auf die Siegesstrasse führte. Sollte Andermatt gegen Bellinzona auf ein Syste m mit zwei Stürmern setzen, dürften Stojkov und Orhan Mustafi erste Wahl sein. Im Mittelfeld sind Steven Lang, Burki, Sergio Bastida und Marazzi fürs Erste wohl gesetzt. Auf der linken Abwehrseite spielt Jonas Elmer. Gut möglich, dass Baykal als Innenverteidiger anstelle des zuletzt unglücklich agierenden Giuseppe Aquaro eine Einsatzmöglichkeit erhält.

Der Abschied von Jeff Saibene

Der vergangene Mittwoch war für die Spieler des FC Aarau ein besonderer Tag. Nach den Sprinttests am Morgen gabs am Nachmittag im Brügglifeld einen Überraschungsgast. Der am vorletzten Montag entlassene Trainer Jeff Saibene ist nach einem Kurzurlaub auf Mallorca Anfang dieser Woche in die Schweiz zurückgekehrt und nahm die Gelegenheit wahr, sich mit einer Ansprache von den Spielern der ersten Mannschaft zu verabschieden.