Temperatur
Achterbahn der Temperaturen

Auf die rekordwarmen Monate April und Mai folgt mit dem Juni für einmal ein zu kalter Monat. Schuld ist ein Polarluft-Schub.

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Wassermangel

Wassermangel

bz Basellandschaftliche Zeitung

Birgit Günter

So langsam macht sich Hansruedi Schweizer Sorgen. Der Grund: Es regnet zu wenig - und das seit Monaten. «Im letzten halben Jahr hat es nur gerade im März genug Niederschlag gegeben», sagt der Titterter Hobby-Meteorologe. Alle anderen Monate waren zu trocken - und dies teilweise deutlich. Im April beispielsweise hat es statt der zu erwartenden 100 Liter nur 18 gegeben.

Auch der Juni ist zu trocken. Geregnet hat es nur knappe 65 Liter. Das sind 54 zu wenig. Rechnet man die Werte der ersten Jahreshälfte zusammen, fehlen bisher 208 Liter. «Das ist viel», sagt Schweizer. Schon das vergangene Jahr war zu trocken gewesen. Geht das in diesem Stil weiter, könnte es mit dem Grundwasser kritisch werden.

Am meisten geregnet hat es in diesem Juni am 14. mit 15 Litern. Insgesamt gab es 11 Niederschlagstage.

Viel Sonnenschein

Interessant ist auch die Sonnenscheindauer: Im Juni schien die Sonne mit 217 Stunden rund 30 Stunden zu lang - und fast genau so viel wie im Mai (216 Std.). Beide Monate waren zu sonnig gewesen - wie die Monate zuvor; mit Ausnahme des Februars und des Märzes. Bezüglich Niederschlag und Sonnenschein lässt sich demzufolge nach der ersten Jahreshälfte feststellen: Das Wetter ist zu trocken und zu sonnig.

Bei der Temperatur lässt sich die Entwicklung nicht auf einen einfachen Nenner bringen. Denn: Die Monate waren entweder deutlich zu kalt (Januar bis März) oder deutlich zu warm (April und Mai). Der Juni ist der erste Monat in diesem Jahr, der diesbezüglich überhaupt nicht auffällt: Er war mit einer Durchschnittstemperatur von 16,1 Grad nur gerade 0,1 über der Norm.

Starke Schwankungen

Spannend ist bei der Temperatur jedoch die Abfolge der einzelnen Tage: Die Temperaturkurve ist nämlich ein Auf und Ab. «Es war sehr wechselhaft», betont Schweizer. Auf ein paar warme Tage folgten sofort wieder kühlere.

Am wärmsten war es in der auf 670 Metern über Meer gelegenen Messstation in Titterten am 14. mit 27,9 Grad; danach kühlte es wieder etwas ab, um am 17. und 18. wieder sommerlich warm zu sein - doch schon am 19. war es mit dem Sommer erneut vorbei: Kalte Polarluft drückte die Temperaturen; das Thermometer stieg teilweise kaum über 12 Grad. Der kälteste Tag war der 23. Erst gegen Ende Monat kam der Sommer zurück.

Kein einziger Hitzetag

Im Unterschied zum Mai, der bereits einen Hitzetag (= Thermometer steigt über 30 Grad) zu verzeichnen hatte, gab es im Juni keinen Hitzetag. Dafür registrierte Schweizer fünf Sommertage (= Tage mit Temperaturen über 25 Grad). Nebeltage verzeichnete Schweizer sechs.

Nach dem heissen Juli-Anfang brechen voraussichtlich auch in diesem Monat die Temperaturen wieder ein: Für Mitte der nächsten Woche zeigen die Modelle Temperaturen um die 14 Grad an.

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