Fritz Thut

Bei der Präsentation der ersten Zwischenergebnisse der Arbeit der Seenger Verkehrskommission in diesem Frühjahr haben Bürger bei den möglichen Massnahmen für die Hebung der Verkehrssicherheit im Dorf(zentrum) den konkreten Einbezug der Schwerzistrasse vermisst.

Nadelöhr entlasten

Mit einer Petition verlangten in der Folge 546 Einwohner, «die Umfahrung des Dorfkerns (Post- und Schulstrasse) über die Schwerzistrasse ernsthaft zu prüfen» und «ohne Verzug» die entsprechenden Abklärungen vorzunehmen.

Mit der beim Sportplatz abzweigenden Schwerzistrasse könnte die Egliswilerstrasse, die den Hauptverkehr aus Norden direkt ins Nadelöhr Kreuzplatz leitet, entlastet oder gar ersetzt werden. Die westlicher verlaufende Quartierstrasse wurde allerdings 1996 als mögliche Umfahrung aus dem kantonalen Richtplan gestrichen.

Zu wenig Verkehr

Als Gegenpol zur Petition hat sich - zur Hauptsache aus Kreisen von direkt betroffenen Anwohnern - die Interessengemeinschaft (IG) kontra Umfahrung Schwerzi gebildet. IG-Vertreter haben ihre Argumente dem Gemeinderat vorgetragen.

Der Gemeinderat hat sich inzwischen in einer Sitzung mit den zuständigen Beamten des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) getroffen und nun dieser Tage mit Brief und Aktennotiz das Ergebnis den Verantwortlichen von Petition und IG mitgeteilt.

Und dieses Ergebnis sieht für die Befürworter der Variante «Schwerzi» ernüchternd aus: «Eine Teilumfahrung von Seengen via Schwerzistrasse ist aus Sicht des Kantons auch heute ein tiefrangiges Anliegen», lautet der Kernsatz. Grund für diese Einschätzung ist das im kantonalen Vergleich geringe Verkehrsaufkommen von 5500 Fahrzeugen pro Tag. Der Kanton wird erst beim drei- bis vierfachen Verkehrsaufkommen aktiv.

Machbarkeitsstudie im 2010

Ein Kantonsbeitrag an den Schwerzistrassenausbau ist demzufolge illusorisch und für die spätere Aufnahme ins Kantonsstrassennetz wäre eine Aufnahme in den kantonalen Richtplan vonnöten.

Der Gemeinderat kommt den Petitionären bei einer konkreten Forderung entgegen und will mit einer Machbarkeitsstudie die Grundlagen für eine «seriöse Beurteilung von Varianten» zur «Entlastung des Kreuzplatzes und ganz allgemein zur Verbesserung des Verkehrsflusses» erarbeiten lassen. Im Budget 2010 sind die entsprechenden Mittel eingestellt.