Ab sofort geht es ans Abspecken

Stadtcasino: Auch es wird sich mit dem Nötigsten zufrieden geben müssen. (Hans Mathys)

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Stadtcasino: Auch es wird sich mit dem Nötigsten zufrieden geben müssen. (Hans Mathys)

Die Stadt Burgdorf sieht für das Budget 2010 Einsparungen von 2,5 Mio. Franken vor. Nun soll in allen städtischen Abteilungen nach Sparmöglichkeiten gesucht werden.

Markus Jutzi

Nachdem die Stimmberechtigten von Burgdorf am 17. Mai den Teilverkauf der Localnet AG an der Urne abgelehnt hatten, fehlen der Stadt nun 39 Millionen Franken für die Zukunft. Das wäre viel Geld gewesen, weshalb sich die Verantwortlichen auch bereits im Vorfeld Gedanken darüber gemacht hatten, wie sie die Millionen einsetzen könnten. Doch alles kam anders: Aufgrund des Neins zum Localnet-Teilverkauf und wegen der Wirtschaftskrise muss die Emmestadt nun kleinere Brötchen backen. Der Gemeinderat hat seine Legislaturziele überarbeitet und gestern der Presse vorgestellt. «Auch wenn das Wetter schlecht ist, gibt es im Gemeinderat keine Katerstimmung», sagte Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch (SP). Der Gemeinderat habe seine Ziele frisch festgelegt und sei sich dessen bewusst, «dass wir keinen finanziellen Spielraum mehr haben». Beim Bahnhofplatz, beim Casino und bei der Markthalle gebe es nur noch abgespeckte Versionen.

Abstriche für öV und Jugendliche

Der Gemeinderat sei sich ebenso dessen bewusst, dass die Markthalle in argem Zustand sei. «Wir müssen etwas machen, aber was - das steht noch nicht fest», sagte Zäch. Man werde mit den Verantwortlichen zusammensitzen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Das gleiche Prinzip gelte auch für das Casino und den Bahnhofplatz. Ideen seien nun also gefragt. Der Gemeinderat wolle deshalb auf einen weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs verzichten und auch bei der Jugend soll gespart werden. Ebenso wird auf einen Verwaltungsneubau verzichtet. Dennoch werden die Projektabklärungen weitergeführt - für einen allfälligen Bau zu einem späteren Zeitpunkt. Vorläufig bleibt also die Verwaltung im Kirchbühl.

Einzige Ausnahme: Das Regionalspital

Auf allen Abteilungen wird momentan am Budget 2010 gearbeitet. Bis Ende August sollten die Zahlen in der Finanzabteilung vorliegen. Das Ziel stehe fest: Beim Budget 2010 müssten Einsparungen von 2,5 Millionen Franken vorgenommen werden. Jeder auch noch so kleine Budgetposten müsse hinterfragt werden. Es gibt also keine Tabus mehr in Burgdorf. Jeder müsse mithelfen und seinen Gürtel enger schnallen. Für Wünsche gebe es momentan keinen Platz. Nicht gespart werden solle aber beim Regionalspital Emmental. Zäch legte ein klares Bekenntnis ab: «Wir wollen uns für den Standort Burgdorf einsetzen und diesen erhalten.» Ziel ist es, ein allfälliges Defizit unter der 4-Millionen-Marke zu halten. Doch selbst im Falle einer Punktlandung würde das Eigenkapital um die Hälfte, nämlich auf vier Millionen Franken, zusammenschrumpfen. Das Schreckgespenst Bilanzfehlbetrag rückt deshalb immer näher. Diesen versuchen die Verantwortlichen aber mit allen Möglichkeiten abzuwenden.

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