Solothurn
Ab November wirds lebendig

Eine Gastrokette und ein Outdoor-Ausrüster ergänzen im 160 Meter langen Neubau Perron 1 das bisherige Mieter-Segment von Aldi und einem Migros-Fitnesspark. Begehrt sind offenbar die 40 Wohnungen direkt neben dem Hauptbahnhof – 26 sind schon vermietet.

Merken
Drucken
Teilen
Perron

Perron

Wolfgang Wagmann

Mit der gestrigen Aufrichte neigt sich die Planungs- und Baugeschichte des langgestreckten Kubus nach fünfeinhalb Jahren dem Ende zu: Ende November möchte Aldi im Erdgeschoss seine 98. Schweizer Filiale eröffnen, anfangs Januar ziehen die Wohnungsmieter ein. Seitens der Investorin, des Immobilienfonds Credit Suisse Real Estate Fund Siat, freute sich Fondmanager Stephan Auf der Maur über den «idealen Standort mit Bahnanschlüssen, bester Passantenlage» und «urbanem Lyfestyle», was den Ausbaustandard vor allem auch der Wohnungen anbelangt. Zu erfahren war weiter, dass sich zu den bekannten Mietern im Erdgeschoss nun noch der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin sowie die Bistro- und Gelateria-Kette La Golosa gesellt hat.

Ein «regionaler Nahversorger»

Aldi-Sprecher Sven Bradke betonte, dass im «Perron 1» eine «ganz normale Aldi-Filiale» mit den gewohnten Standards entstehe, wo 12 bis 15 Angestellte beschäftigt seien. «Und nach einer Anlaufphase wird Aldi hier auch Lehrlinge ausbilden», versprach Bradke. Angesprochen auf die Pläne, nur wenige 100 Meter weiter westlich, auf dem Biberister Gloria-Areal eine weitere Filiale zu bauen, wiederholte er schon vorher Gesagtes: «Wir wollen ein regionaler Nahversorger werden, der bequem auch mit dem Velo oder zu Fuss erreichbar ist.»

Von der Bahnhofnähe profitieren möchte im ersten Obergeschoss ebenso die Migros-Tochter Skyline AG. Jochen Müller, Leiter Freizeitanlagen der Genossenschaft Migros Aare, verwies auf die bestehenden oder bald ebenfalls eröffneten Fitness-Anlagen in Biel und Olten sowie das neue Angebot in Solothurn, das vom Solarium über einen Ruheraum bis zum «Wellnessbereich für Damen» ein breites Spektrum umfasst - sogar Ernährungskurse werden angeboten. Und zwar alles an «365 Tagen im Jahr.»

4000 Quadratmeter noch zu haben

Die Vorzüge der Wohnungen - die günstigsten mit zweieinhalb Zommern ab 1430 Franken bis zur doppelt so teueren, aber schon vermieteten 150 Quadratmeter umfassenden Attikawohnung pries Andreas Siegenthaler, Leiter Vermarktung der Winterthurer Immobilienfirma Wincasa. Auch für ihn eröffnen sich mit «Perron 1» neue Aspekte: «Die Passanten werden nicht mehr automatisch blind in die Altstadt pilgern. In der Vorstadt entstehen neue Verkehrswege auch über den Dornacherplatz und die gesperrte Wengibrücke. Das wird Solothurn positiv beeinflussen.»

Von der Fassade gegenüber grüsst allerdings noch die andere Vorstadt: «500 m2 Büröfläche zu vermieten», steht da in Riesenlettern. Auch Siegenthaler hat noch 4000 Quadratmeter zu bieten, «nicht an einem Stück, sondern ab 90 Quadratmetern abteilbar. Interessenten gibt es etliche, man muss sich also sputen.» Das hat die mit dem Bau beauftragte Generalunternehmung Frutiger AG schon getan: Am 8. Juni will sie termingerecht die Räume an Aldi und Migros für den Innenausbau übergeben. Inzwischen wurden übrigens 1,7 Mio. Kilo Armierungsstahl und 12000 Kubikmeter Beton verbaut.