Strasse

Ab Montag hat der Bus eine eigene Spur

Feinschliff: Noch verkehren Baumaschinen statt Busse. mke

Bus

Feinschliff: Noch verkehren Baumaschinen statt Busse. mke

Die erste Etappe des Rückbaus ist vollbracht: Die Zürcherstrasse zwischen Schlieren und Altstetten wird am Montag nach knapp neunmonatiger Bauzeit wieder ganz für den Verkehr freigegeben. Die als «Raserstrecke» bekannte Strasse weist neu nur noch je eine Spur für den Individualverkehr auf.

Matthias Kessler

Noch ist nicht alles fertig. Noch verkehren anstelle von Autos und Bussen Baumaschinen auf der Südseite der Strasse. Noch muss das Trottoir fertig gestellt werden. Noch fehlen die Markierungen auf der Nordseite. Und dennoch: Am Montag, 27. Juli, um 5 Uhr morgens wird die Zürcherstrasse zwischen dem Schlieremer Zentrum und Altstetten wieder komplett dem Verkehr übergeben. Ob es dafür bei den ausstehenden Arbeiten reicht? «Es muss», sagt Thomas Schneebeli, der zuständige Bauleiter, und lacht. Für kleinere Anpassungen, die auch dann gemacht werden könnten, wenn der Verkehr bereits wieder rolle, habe man noch Zeit bis Mitte August.

Tödlicher Unfall im Januar 2007

Seit November 2008 laufen die Arbeiten am Rückbau der Strasse von zwei Spuren pro Fahrrichtung auf jeweils eine Spur für den Individualverkehr und eine Spur für den öffentlichen Verkehr. Mit den Arbeiten sei man gut vorangekommen, blickt Schneebeli auf diese erste Bauetappe zurück: «Wir sind eine Woche früher fertig als geplant - insbesondere auch dank des guten Wetters.»

Die Zürcherstrasse, die von Altstetten her ins Schlieremer Zentrum führt und dann, mittlerweile als Badenerstrasse, weiter Richtung Dietikon geht, erreichte durch verschiedene Raserunfälle traurige Berühmtheit. Im Januar 2007 beispielsweise starben auf der Verkehrsachse zwei junge Männer, nach einem Unfall aufgrund zu schnellen Fahrens.

Zweite Etappe bis Mitte Oktober

Drei Monate später stellte der Regierungsrat in seiner Antwort auf eine Anfrage unter anderem der Limmattaler Kantonsrätinnen Elisabeth Scheffeldt (SP, Schlieren) und Barbara Angelsberger (FDP, Urdorf) eine Entschärfung der Strecke mittels Rückbau auf je eine Spur für den Individualverkehr in Aussicht - allerdings nicht in erster Linie aufgrund des tödlichen Unfalls, sondern zur anvisierten Umlagerung des Durchgangsverkehrs auf die Bernstrasse. Für die Umsetzung bewilligte der Regierungsrat schliesslich Anfang Juni 2008 einen Kredit in der Höhe von 10,1 Millionen Franken.

Nach den Arbeiten an der Zürcherstrasse folgt nun ab dem 3. August auf dem Abschnitt zwischen Goldschlägi und Reitmen die zweite Etappe des Rückbaus. Bis zum 6. September werden die Arbeiten an den nördlichen zwei Spuren vorgenommen, der Verkehr wird in dieser Zeit auf die südlichen Spuren verlegt. Vom 7. September bis 11. Oktober erfolgt dann der Tausch: Arbeit am südlichen, Verkehr auf dem nördlichen Teil.

Eine Vollsperrung für zehn Tage

Eine Erschwernis ergibt sich dabei für die Anrainer, die über die Massnahmen in den nächsten Tagen per Flyer informiert werden: Während dieser Bauphase ist jeweils nur noch das Rechtsabbiegen möglich, Umleitungen werden signalisiert. Und: Die Busse der Linie 302 verkehren in dieser Zeit zwischen Bahnhof Schlieren und Spital Limmattal in beiden Richtungen über die Urdorferstrasse und können die Haltestellen Kesslerstrasse und Zentrum Schlieren nicht bedienen.

Voraussichtlich ab dem 12. Oktober steht die dritte und letzte Etappe der Entschärfung an. Dafür muss die Badenerstrasse, die auf Dietiker Boden wieder zur Zürcherstrasse wird, zwischen Reitmen und Schönenwerd gesperrt werden. Die Sperrung soll laut Rolf Grau, zuständiger Projektleiter beim kantonalen Tiefbauamt, möglichst kurz gehalten werden; derzeit rechnet er mit zehn Tagen, an denen der Abschnitt nicht befahrbar sein wird.

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