Wasserpark
Aargauer will am Jurasüdfuss gigantischen Wasserpark bauen

Indoor-Canyoning oder Indoor-Surfing: Vergnügen ohne Ende soll im Industriegebiet zwischen Niederbipp und Oensingen Wirklichkeit werden. Die Firma GoEasy will dort «den umweltfreundlichsten Themen- und Aquapark der Welt» bauen – ein Projekt, das 150 Millionen Franken kostet.

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Marisa Cordeiro

Das Land entlang der Autobahn zwischen Oberbipp und Oensingen ist begehrt. Verschiedene Grossprojekte haben dort schon einen Anlauf genommen. Nun steht mit «AquaMania» ein Mega-Projekt in den Startlöchern.

Es vereint Abenteuer, Wellness, Kultur und Unterhaltung mit Wasser. Dazu kommen Hotellerie und Animationen. Für jedes Alter und jeden Gusto soll es eine Attraktion bieten. Dazu gehören sollen die erste Indoor-Surfwelle der Schweiz oder das erste Indoor-Canyoning der Welt.

Dieser soll zwischen Niederbipp und Oensingen entstehen. Beide Gemeinderäte sind seit letztem Sommer in Besitz des Dossiers. Hinter dem Projekt steht die Untersiggenthaler GoEasy Investment & Management GmbH, eine Firma für Konzeption, Planung, Einrichtung und Betreibung von Freizeit- und Unterhaltungszentren sowie Gastronomie- und Hotelanlagen.

Nur halben Kilometer auseinander

Die GoEasy betreibt bereits in Siggenthal Station eine Spiel- und Eventhalle, ohne Wasser, dafür mit Erfolg, wie Beat Anliker, Manager der GoEasy sagt. Kenner der Szene bestätigen dies und sprechen von einem «guten Ruf». So plant GoEasy nach dem Badener Modell drei weitere in der Schweiz. Für ihre jüngste Idee hat die Firma zwei Grundstücke im Visier, eines in Niederbipp und eines in Oensingen. Die beiden Gebiete liegen nur einen halben Kilometer auseinander. Infrage kommt aber nur eines der beiden Grundstücke.

Auf neun Hektaren Land plant die Firma neben viel Grün ein Gebäude von 34000 Kubikmetern. Die ganze Anlage soll ohne fossile Brennstoffe betrieben werden. Ein Speicher-Badesee soll den Wasserverbrauch tief halten. Meteorwasser würde gespeichert und aufbereitet. Auch das lokale Gewerbe und die Industrie sollen vom Freizeitpark profitieren: Sie sollen ständige Aufträge von jährlich bis zu vier Millionen Franken erhalten. Insgesamt würde der Park 220 neue Arbeitsplätze schaffen.

Zeit ist ein Faktor

In die bisherige Planung hat die Firma 500000 Franken gesteckt. Die Standortsuche habe fast zwei Jahre gedauert, sagt Anliker. Die Firma ist überzeugt, dass keiner der bestehenden Wasservergnügungsparks in Basel, Bern oder Pfäffikon (SZ) eine Konkurrenz darstellt, weil «sie sich, im Unterschied zu uns, auf ein Zielpublikum beschränken».

Bis im Herbst will sich GoEasy für einen Standort entscheiden. Massgebend sei vor allem der Faktor Zeit. In Oensingen hat GoEasy das Kaufsrecht auf sicher. Das Land verteilt sich auf mehrere Parzellen, ist in Privatbesitz und befindet sich in der Reservezone Industrie. In Niederbipp hat der Grundstückbesitzer mündlich zugesagt. Dort gehen Behörden davon aus, dass eine allfällige Umzonung frühestens Ende 2010 vor die Gemeindeversammlung kommt. In der Umzonung für Oensingen hätte der Solothurner Regierungsrat das letzte Wort.

Sportlicher Zeitrahmen

Mittels Parallelverfahren will GoEasy nächstes Frühjahr mit der Planung starten. Der Bau kostet 150 Millionen Franken. Wie Anliker sagt, sollen Aufträge von bis zu 40 Millionen Franken ans lokale Gewerbe gehen. Das Investitionsmodell stehe zwar noch nicht fest. Immobilienfonds oder eine Immobilien AG stünden zur Diskussion. Unabhängig davon sei die Finanzierung «auf gutem Weg». Die Bauzeit soll gegen 15 Monate dauern.

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