Tod bei Verhaftung

Aargauer Staatsanwalt erhebt Anklage gegen zwei Regionalpolizisten

Tod bei Verhaftung (Symbolbild)

Tod bei Verhaftung (Symbolbild)

Zwei Aargauer Regionalpolizisten werden sich vor Gericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten müssen. Bei einer Verhaftung war ein 41-jähriger Mann im September 2007 gestorben. Gemäss Gutachten erlitt er einen «akuten lagebedingten Erstickungstod».

Die Anklageschrift sei verfasst worden, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Aargau auf Anfrage. Der Eventualantrag laute auf Freispruch. Wann der Prozess vor dem Bezirksgericht Baden stattfinden wird, ist noch offen.

Die beiden Regionalpolizisten hatten in den frühen Morgenstunden des 11. Septembers 2007 in Fislisbach einen psychisch angeschlagenen Mann überführen wollen. Nachdem sich der Mann zuerst verbal gegen das Vorhaben wehrte, sprang er aus dem Küchenfenster des ersten Stockes.

Nach einer Auseinandersetzung, die mehrere Minuten dauerte, fixierten die beiden Polizisten den Mann schliesslich in Bauchlage mit auf dem Rücken gefesselten Händen. Als die angeforderte Verstärkung und die Ambulanz eintrafen, war der Mann tot.

Ein vom Bezirksamt Baden in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) in Bern kam zum Schluss, dass der Mann einen "akuten lagebedingten Erstickungstod" erlitten hatte.

Aus rechtsmedizinischer Sicht habe die während mehrerer Minuten dauernde Festhaltemassnahme am Boden in Bauchlage zum Tod des Mannes geführt.

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