Öffentlicher Verkehr

Aargauer sind unzufrieden mit dem Zug

Der öffentliche Verkehr im Kanton Aargau erhält von den Kundinnen und Kunden insgesamt gute Noten. Nicht zufrieden sind die Pendler aber mit dem veralteten Rollmaterial der SBB und dem überlasteten Netz. Hohe Zufriedenheit gibt es bei den Busbetreibern und Privatbahnen.

Insgesamt geben die Kunden dem öffentlichen Verkehr im Kanton Aargau 72 von maximal 100 Punkten (2007: 73 Punkte). Diese Note entspricht wie bereits bei der letzten Umfrage dem Prädikat «zufrieden». Gute Werte erhielten die Transportunternehmen insbesondere beim Fahrpersonal. «Unzufrieden» sind die Fahrgäste einzig bei den Themen Information im Verspätungsfall und Reklamation, wie es in einer Mitteilung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt heisst.

Wie in den meisten umliegenden Kantonen hat sich gezeigt, dass die Kundinnen und Kunden beim Bus zufriedener sind als bei der Bahn. Der Bus erreichte insgesamt 74 Punkte (unverändert gegenüber der Umfrage 2007), die Bahn 71 Punkte (-1 Punkt). Einer der Hauptgründe dafür ist, dass Busse in Bezug auf ihren Lebenszyklus rascher ersetzt werden als das langlebige Rollmaterial der Bahnen.

Die genauere Analyse der Ergebnisse zeige, dass bei den Bahnen zwei gegenläufige Entwicklungen stattgefunden haben: Die Privatbahnen konnten in der Bewertung zulegen, was zeigt, dass hier in den vergangenen Jahren grosse Investitionen getätigt wurden. Die Züge der Bremgarten-Dietikon Bahn (BDWM) sowie der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) verkehren heute alle 15 Minuten und beide sind daran, ihre Flotten zu er-neuern.

Bei der SBB hingegen ist die Zufriedenheit überall im Kanton gesunken, was zu einem wesentlichen Teil auf überlastete Infrastrukturen und das veraltete Rollmaterial auf verschiedenen aargauischen S-Bahn- und RegioExpress-Linien zurückgeführt werden könne. Ältere Fahrzeuge würden durchwegs als weniger sauber erlebt und moderne Fahrgastinformationsmittel sowie Klimaanlagen würden vermisst.

In den nächsten Jahren werde deshalb gezielt in neues Rollmaterial, Streckenausbauten und die Erneuerung wichtiger Umsteigebahnhöfe investiert. Im Raum Lenzburg wird zurzeit ein drittes Gleis zwischen Lenzburg und Othmarsingen gebaut, damit die Züge ab kommenden Fahrplanwechsel dieses Nadelöhr pünktlicher und zügiger passieren können. Im Weiteren befindet sich der neue Bahnhof Aarau im Bau und es sind neue FLIRT-S-Bahnzüge für die S26 im Freiamt bestellt. Sie gelangen ab Dezember 2010 zum Einsatz.

Die Teilresultate spiegelten insgesamt deutlich, wo Handlungsbedarf besteht. «Sie zeigen, dass der Aargau mit den eingeleiteten Massnahmen auf dem richtigen Weg ist», heisst es in der Mitteilung weiter. (dge)

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