Standortranking
Aargau: Grosser Sprung nach vorn

Die Anstrengungen des Aargaus für eine bessere Standortqualität tragen Früchte. Er rangiert neu auf dem drittvordersten Platz. Die Region am Mutschellen hat laut Credit Suisse gar «Goldküsten-Potential».

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Der Aargau - der Aufsteiger

Der Aargau - der Aufsteiger

Keystone

Mathias Küng

Die Credit Suisse (CS) erhebt jährlich die Standortqualität der Kantone. Je nach politischen Entscheiden und regionaler Wirtschaftsentwicklung gewinnt einmal ein Kanton zulasten eines anderen einen Rang, fällt ein Jahr später womöglich wieder etwas zurück, weil sich ein anderer Kanton noch mehr angestrengt hat. Solches wiederfuhr in den letzten Jahren auch dem Aargau, der sich indessen im vorderen Mittelfeld fest positionieren konnte.

«Aufsteiger des Jahres»

Jetzt aber hat er in einem einzigen Jahr gleich drei Ränge gutgemacht und andere Aufsteigerkantone überholt. Neu ist er erster Verfolger des weiterhin unangefochtenen Spitzenduos Zug und Zürich. Damit wird
der Aargau zum «Aufsteiger des Jahres», wie der «Tages-Anzeiger» online staunend festhielt. In der Beurteilung der CS-Ökonomen ist der Aargau «neu unter den drei attraktivsten Wirtschaftsstandorten» der Schweiz (vgl. Grafik). Dank der steuerlichen Entlastung juristischer Personen weise der Aargau «eine aktuell leicht günstigere Kombination von Vorteilen auf als das viertplatzierte Nidwalden», so die CS-Studie. Womit auch gleich gesagt ist, dass sich der Aargau weiter auf die Hinterbeine stellen muss, um die neue Position halten und sich dem Spitzenduo weiter annähern zu können.

Knapp hinter dem Aargau liegen die reichen Stadtkantone Basel-Stadt und Genf. Beide haben attraktive Bildungs- und Erreichbarkeitswerte, verpassen die Topränge jedoch laut CS-Studie «aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Steuerbelastung».

Steuerpolitik zentrales Element

Zentrales Element der Standortentwicklung und gleichzeitig der am einfachsten zu beeinflussende Faktor ist die Steuerpolitik. Steuerentlastungsmässig hat der Aargau tatsächlich einen Sprung nach vorn getan. Und er hat seine Finanzen gleichwohl im Griff, Finanzdirektor Roland Brogli konnte auch für das schwierige Jahr 2009 einen kleinen Überschuss schreiben. Und er konnte sogar einen Notbatzen von kanpp 200 Millionen Franken bereitlegen, um dieses und die kommenden, schwierigen Jahre möglichst ohne Defizit und grosse Sparprogramme abschliessen zu können. Zudem profitiert der Aargau seit Jah-
ren regelmässig von einem Top-Triple-A-Rating, dank dem er Geld günstiger leihen kann als weniger gut geratete Kantone (nicht zu reden von Ländern mit zerrütteten Finanzen wie zum Beispiel Griechenland).

Auf Augenhöhe mit Goldküste

Im CS-Rating wird auch die Standortqualität der Wirtschaftsregionen untereinander verglichen. Hier zeigt sich für den Aargau ein beruhigendes Bild. Keine Region fällt ab, alle sind im grünen Bereich. Die Regionen Baden und Mutschellen sowie das Limmattal sind auf einer zehnteiligen Skala gar in derselben höchsten Kategorie wie die Stadt Zürich und ihr näheres Umfeld inklusive Zürcher «Goldküste» eingestuft. Dann folgen in der dritthöchsten Kategorie Aarau/Lenzburg, Brugg/Zurzach, Freiamt und Fricktal.

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