Aarauer Theater versprechen: 16 Millionen sind genug

Die Mittlere Bühne Aargau fällt nicht aus dem Kosten-, sondern aus dem Zeitrahmen. Der Terminplan für ein mittelgrosses Theater in der alten Aarauer Reithalle hinkt zwei Jahre hinterher. Die damals geschätzten Kosten dürften noch etwas zulegen.

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Projektleiter für Aarauer Theater versprechen: 16 Millionen reichen

Projektleiter für Aarauer Theater versprechen: 16 Millionen reichen

Thomas Röthlin

Als der Aarauer Einwohnerrat im März 2008 den Planungskredit für die Mittlere Bühne Aarau bewilligte, ging er von geschätzten Investitionen über 14,68 Mio. Franken aus. Dies bei einer Kostengenauigkeit von plus/minus 20Prozent. Radio DRS meldete gestern Dienstagmorgen, das Theaterhaus werde «teurer als geplant».

Im Investitionsprogramm 2009–13 der Stadt sind für die Baute in der Alten Reithalle am Apfelhausenweg 16Mio. Franken eingestellt, das sind knapp 9Prozent mehr als in der Projektierungsvorlage.

Von einer Kostenüberschreitung könne keine Rede sein, sagen Vizeammann Carlo Mettauer, zuständig fürs Ressort Kultur, und Hans Ulrich Glarner, Leiter der kantonalen Abteilung Kultur, übereinstimmend. Für die genaue Kostenermittlung müssten erst ein Raumprogramm, Grundlagen für den Architekturwettbewerb und ein Betriebskonzept verabschiedet werden, so Mettauer.

Der Kanton hatte 2006 auf Anfrage von Theaterschaffenden einen Standortwettbewerb für eine zentral gelegenes, mittelgrosses Theater lanciert. Aarau bekam den Zuschlag – oder, nach Lesart der lokalen SVP, ein «Kuckucksei» ins Nest gelegt. Um den kantonalen Beitrag an die Planungs-, Bau- und Betriebskosten feilschen Mettauer und Glarner seither in einer Steuerungsgruppe. Das Investitionsprogramm sieht provisorisch 6Millionen als «Beiträge Dritter» vor.

Bisher steht eine einzige Zahl fest: 6000 Franken jährliche Baurechtszinsen zahlt die Stadt dem Kanton; ihm gehört das Grundstück mitten in Aarau. Immerhin: Die 16 Millionen Baukosten seien eine «verbindliche Richtgrösse», sagt Mettauer. Und Glarner verspricht: «Die Steuerungsgruppe ist dafür besorgt, dass der Kostenrahmen eingehalten wird.»

Terminplan «zu optimistisch»

Gegenwärtig sei das Stadtbauamt
daran, das genaue Raumprogramm als Grundlage für den zweistufigen Architekturwettbewerb zu erarbeiten, sagt Mettauer. Eine Arbeit, die laut ursprünglichem, «zu optimistischem» (Mettauer) Terminplan im April 2008 hätte erledigt werden sollen. Sämtliche Ansprüche in eine bestehende Kubatur zu integrieren, sei halt eine komplexe Angelegenheit. Zusätzlich verzögert worden sei das Projekt durch einen personellen Wechsel im Stadtbauamt.

Diesen Sommer, mehr als zwei Jahre später als vorgesehen, werde der Stadtrat die Vorlagen für das Wettbewerbsverfahren beschliessen. Mit dem Baukredit ist nicht vor 2012 zu rechnen, mit der
Inbetriebnahme nicht vor 2014.