Hermann Rauber

«Voilà muss bestehen bleiben», erklärt Angelica Cavegn Leitner vom Vorstand Aarau Aktiv. Der Stadtmarketing-Verein hat die Verantwortung für den Aarauer Hauslieferdienst per 1. Januar der Stollenwerkstatt übertragen. «Für die Kundschaft wird sich mit diesem Schritt nichts ändern», betonen beide Seiten. Angefangen hat diese Dienstleistung mit der Auslieferung von Einkaufstaschen «franko Haus» im August 2005. Seither sind die Zahlen stetig nach oben gestiegen. Im vergangenen Jahr verzeichnete Voilà mit 19 050 Lieferungen einen weiteren Rekord in seiner Erfolgsgeschichte, die kein Ende zu nehmen scheint.

Selbstständig geworden

Mit dem Jahreswechsel habe man die Dienstleistung «in die Selbstständigkeit geschickt», sagt Angelica Cavegn, doch werde Aarau Aktiv heute und auch in Zukunft (nach der Überführung in einen Förderverein für das Standortmarketing) «sofern nötig» mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Das gilt vor allem für den Sponsoringbereich, der von Peter Renggli betreut werden soll.

Noch immer rote Zahlen

Die Stollenwerkstatt war seit der Gründung von Voilà für die Ausführung der Hauslieferungen zuständig. Nun hat sie die gesamte Verantwortung übernommen. Man arbeitet laut Christoph Meier laufend an organisatorischen Optimierungen. Denn der Betrieb von Voilà ist für die Institution ein «Aushängeschild», bewegt sich aber noch immer in den roten Zahlen. Die Anschubhilfe durch den Verein Aarau Aktiv ist eingestellt worden, finanziell unterstützt wird man namentlich durch das Sponsoring der Apotheke Göldlin, die meisten Bearbeitungen fallen bei den beiden Grossverteilern Migros und Coop in der Aarauer Igelweid an. Eine Lieferung mit maximal zwei Taschen kostet sechs Franken, von denen das Depotgeschäft einen Drittel übernimmt

Für Urs Brunold, Gruppenleiter der Velostation und des Hauslieferdienstes in der Aarauer Stollenwerkstatt, ist die Organisation eine logistische Herausforderung. Denn die Frequenzen der Kundinnen und Kunden sind sehr unterschiedlich. Am Samstag ist der Andrang am grössten, unter der Woche gibt es vor allem im Zeitfenster von 13 bis 16 Uhr Flauten. Hier hätte möglicherweise eine Ausdehnung des Rayons auf das neue Stadtquartier Rohr Platz. Aarau Aktiv führte vor Jahren einen Versuchsbetrieb nach Rohr durch, brach das Experiment aber nach wenigen Wochen mangels Nachfrage wieder ab.

Neu hinzugekommen sind im Rahmen von Voilà auch Hauslieferungen im Auftrag von Aarauer Blumengeschäften. Natürlich macht der harte Winter auch den Velokurieren mit ihren Anhängern zu schaffen. Hin und wieder muss man temporär auf die Bedienung von einzelnen Quartieren verzichten, weil die Strassenverhältnisse zu gefährlich sind. «Die meisten Leute haben dafür Verständnis», fasst Christoph Meier die Erfahrungen zusammen.

Auch eine soziale Funktion

Die Überbringer der Einkaufstaschen hätten vor allem bei älteren Menschen auch eine «soziale Funktion». Im Moment im Einsatz sind an Werktagen vier bis fünf Kuriere, am Samstag hat Urs Brunold sechs bis sieben Fahrer im Einsatz.